Theologe kritisiert Veranstaltung zur Wiedervereinigung

Theologe kritisiert Veranstaltung zur Wiedervereinigung

Die Bedeutung der Kirche bei der Wiedervereinigung ist nach Einschätzung des Hofer evangelischen Dekans Günter Saalfrank bei der offiziellen Veranstaltung der Bundesregierung zu kurz gekommen. Denn bei den Talkrunden im Rahmen des "längsten Gesprächs entlang der deutsch-deutschen Grenze" seien keine Vertreter der Kirchen dabei gewesen, kritisierte der bayerische Theologe in einem am Montag veröffentlichten Offenen Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der am 9. November nach Hof an die frühere innerdeutsche Grenze gekommen war.

Lediglich in einem von 26 eingespielten Kurzfilmen sei ein Pfarrer zu Wort gekommen, der über die Verbindungen zwischen den Kirchengemeinden entlang des früheren Eisernen Vorhangs berichtet habe, hieß es weiter. Dabei hätten "Kerzen und Gebete" eine entscheidende Rolle für die Wiedervereinigung gespielt. Der Dekan bedauert, dass dieser zentrale kirchliche Aspekt der friedlichen Revolution ganz und gar unberücksichtigt geblieben sei. Nur der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) habe in einer der Talkrunden darauf hingewiesen, dass die friedliche Revolution im Kern eine "evangelische Revolution" gewesen sei. Denn die Kirche habe früh ihre Türen geöffnet.

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