Deutscher Evangelischer Frauenbund feiert 120-jähriges Bestehen

Deutscher Evangelischer Frauenbund feiert 120-jähriges Bestehen

Mit einem Festakt hat der Deutsche Evangelische Frauenbund (DEF) sein 120-jähriges Bestehen gefeiert. In einem Dankgottesdienst in der Marktkirche in Hannover würdigte Regionalbischöfin Petra Bahr am Samstag den Mut der Gründerinnen im Jahr 1899. Trotz vieler Anfeindungen hätten sie ein Netzwerk von Ehrenamtlichen aufgebaut, die gegen die Armut von Frauen und Mädchen gekämpft hätten. "Sie guckten da hin, wo Gewalt und Elend herrschte", sagte Bahr. "Heute stehen wir auf den Schultern auch dieser Riesinnen."

Gegründet wurde der in Hannover ansässige Verband am 7. Juni 1899 in Kassel, damals noch unter dem Namen "Deutsch-evangelischer Frauenbund". Im Unterschied zu anderen kirchlichen Frauenorganisationen, die von Männern geleitet wurden, habe der Frauenbund von Beginn an einen Vorstand gewählt, der nur aus Frauen bestanden habe, erläuterte der Verband in einem Rückblick.

"Der DEF war der erste und für lange Zeit einzige Frauenverband in der evangelischen Kirche, der sich eine demokratische Struktur gab und sich zur bürgerlichen Frauenbewegung bekannte", heißt es dort. Von Anfang an habe er sich für die Berufstätigkeit und Berufsausbildung von Frauen eingesetzt.

Von den Konservativen und in der Kirche seien die Pionierinnen damals angefeindet worden, weil sie angeblich "Gottes gute Ordnung" erschütterten, sagte Bahr in ihrer Predigt. "In Wahrheit war das die Ordnung der Väter, Pastoren und Lehrer." Von links seien sie verspottet oder nicht ernst genommen worden. "Sie haben sich trotzdem organisiert." Die Frauen hätten Rechtsberatung aufgebaut und sichere Häuser für Notleidende.

"Das ursprüngliche Ziel trägt den Verband bis heute", sagte die stellvertretende Bundesvorsitzende Hella Mahler dem Evangelischen Pressedienst (epd). Über viele Jahrzehnte habe der Frauenbund mit gezielten Sozialprojekten junge, ledige Frauen und Mädchen unterstützt. Heute wollten Frauen im Verband weiterhin bewusst ihr Engagement in politische, gesellschaftliche und kirchliche Zusammenhänge einbringen.

Das Ziel sei, allen Frauen gleichberechtigte Chancen zu eröffnen und so "nachhaltig Demokratie zu gestalten", sagte die Pastorin, die auch Gleichstellungsbeauftragte der hannoverschen Landeskirche ist. Der Frauenbund äußere sich heute auch zu Fragen der Verbraucherpolitik, der Generationengerechtigkeit und der Medienkompetenz.

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