Prozess gegen Bremer Pflegehelfer beginnt am 29. Oktober

Prozess gegen Bremer Pflegehelfer beginnt am 29. Oktober

Ein 39 Jahre alter Pflegehelfer aus Bremen muss sich demnächst vor dem Landgericht der Hansestadt wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Der Mann werde beschuldigt, im März zwei Bewohnerinnen eines Pflegeheims in Bremen-Mitte Insulin ohne medizinische Indikation verabreicht zu haben, sagte Gerichtssprecher Jan Stegemann am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) und bestätigte damit Medienberichte.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann auch wegen versuchten Mordes angeklagt. Diesen Anklagepunkt ließ das Landgericht aber nicht zur Verhandlung zu. Im Fall einer 75-jährigen Patientin, der er laut Anklage zweimal ohne Notwendigkeit Insulin gespritzt hatte, habe der Pflegehelfer selbst die Rettungskräfte angerufen, sagte Stegemann. Das werte das Gericht als "Rücktritt" von der Tat. Ohne die Alarmierung des Notarztes wäre die Frau wahrscheinlich gestorben. Die 75-Jährige befand sich erst nach 48-stündiger intensivmedizinischer Behandlung nicht mehr in Lebensgefahr.

Im zweiten Fall blieb die Patientin der Anklage zufolge unverletzt. In seiner Vernehmung hatte der Angeklagte zwischenzeitlich gestanden, dass er absichtlich falsche Medikamente verabreicht hat. Der Prozess gegen den Pflegehelfer beginnt am 29. Oktober. Das Landgericht hat für das Verfahren zunächst zehn Verhandlungstage angesetzt.

Der Beschuldigte hatte im diakonischen Pflegezentrum Am Doventor gearbeitet. Das Pflegezentrum wurde 2006 eröffnet. Es gehört zu den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel mit Hauptsitz in Bielefeld und zum Diakonischen Werk in Bremen.

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