Stahlknecht: Anschlag in Halle stellt eine Zäsur dar

Stahlknecht: Anschlag in Halle stellt eine Zäsur dar

Nach dem antisemitischen Anschlag in Halle hat der sachsen-anhaltische Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) einen Maßnahmenkatalog mit zehn Punkten gegen Rechtsextremismus und für eine höhere Sicherheit vorgelegt. "Dieser Anschlag stellt eine Zäsur dar, nicht nur für Sachsen-Anhalt, sondern für die gesamte Bundesrepublik Deutschland", sagte Stahlknecht am Montag in Magdeburg. Es müsse über die Sicherheitsarchitektur in Deutschland geredet werden. Auf Bundesebene berate darüber ab Freitag die Innenministerkonferenz.

Der Minister kündigte zudem an, sich auch mit den jüdischen Gemeinden zu treffen und weiter im Gespräch zu bleiben. Der Polizei dankte Stahlknecht "ohne Wenn und Aber". Nach Darstellung des Innenministeriums vergingen vom ersten Notruf bis zum Eintreffen eines Funkstreifenwagens an der Synagoge in Halle sieben Minuten. Dass der Täter später mit seinem Fluchtfahrzeug außer Sicht geriet, stufte Stahlknecht nicht als Panne ein. Der Täter wurde schließlich nach einem Verkehrsunfall von Polizeibeamten gestellt.

In Halle waren am Mittwoch vergangener Woche eine 40 Jahre alte Frau und ein 20 Jahre alter Mann erschossen worden. Der schwer bewaffnete rechtsextreme Täter wollte in die Synagoge eindringen. Zu dem Zeitpunkt hatten sich dort 51 Menschen zum höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versammelt. Der Mann scheiterte an der geschlossenen Tür zum Gelände der Synagoge. Daraufhin erschoss er eine Passantin und später einen Mann in einem Döner-Imbiss.

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