Polizei ermittelt nach Absägen eines Gedenkbaumes für NSU-Opfer

Polizei ermittelt nach Absägen eines Gedenkbaumes für NSU-Opfer

Nach dem Absägen eines Gedenkbaumes für das erste NSU-Opfer im sächsischen Zwickau ermittelt die Polizei gegen unbekannt. Ein politischer Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden, sagte Polizeisprecher Christian Schünemann am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Zwickau.

Der Gedenkbaum im Schwanenteichpark in Zwickau erinnerte an den Blumenhändler Enver Simsek aus Hessen, der im September 2000 in Nürnberg von der rechtsterroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)" erschossen wurde. Er war das erste von insgesamt zehn Opfern der Terrorzelle NSU.

Der Baum war erst am 8. September in Zwickau gepflanzt worden. Neun weitere sollten folgen. Zwickaus Stadtsprecher Mathias Merz sagte dem epd, die Stadt müsse "den Schock erst einmal verdauen". Es sei jetzt offen, ob der Gedenkort wie geplant angelegt werde.

Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) hatte die "ruchlose Tat" angeprangert. Sie zeige, dass manche leider nicht begriffen hätten, "welch menschenverachtende Taten die Terroristen des NSU begangen haben".

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin, die Tat sei "schlicht und einfach bestürzend", müsse scharf verurteilt und aufgeklärt werden. An die Opfer der lange unerkannten Mordserie zu erinnern, sei man den Opfern, ihren Familien sowie dem Kampf gegen Rechtsextremismus schuldig, sagte Seibert.

Die Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" von Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatte fast 14 Jahre lang im Untergrund gelebt - zuletzt in Zwickau.

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