Studie: Frauenquoten wirken nur bei harten Sanktionen

Studie: Frauenquoten wirken nur bei harten Sanktionen

Frauenquoten sind einer Studie zufolge am wirksamsten, wenn den Unternehmen bei Nichteinhaltung harte Strafen drohen. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, die auf Daten des "European Institute for Gender Equality" basiert. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen steigt demnach am schnellsten in den EU-Ländern, in denen Unternehmen hohe Sanktionen wie Geldstrafen oder Zwangsauflösung drohen. Freiwillige Selbstverpflichtungen oder Quoten ohne Sanktionen seien hingegen fast wirkungslos.

In Norwegen, Italien, Frankreich und Belgien gibt es den Angaben zufolge verbindliche staatliche Vorgaben für den Anteil von Frauen in Führungspositionen börsennotierter Unternehmen. Bei diesen Ländern liege der Frauenanteil heute im Durchschnitt bei fast 40 Prozent. 16 Jahre zuvor seien es acht Prozent gewesen.

Deutschland, Österreich und Portugal gehören laut den Verfassern der Studie zu den Ländern, in denen Unternehmen nur "moderate Sanktionen" drohen, wenn sie nicht genügend Frauen in Führungspositionen beschäftigen. In dieser Ländergruppe sei der Anteil der Frauen mit Einführung der Quote von sieben auf 29 Prozent gestiegen.

In Ländern, die ihren Unternehmen lediglich empfehlen, Führungspositionen geschlechtergerecht zu besetzen, hat sich der Frauenanteil den Forschern zufolge von zwölf auf 23 Prozent erhöht. Die geringste Entwicklung gab es demnach in Ländern, die ihren Unternehmen keine Frauenquote vorgeben. Dort stieg der Frauenanteil demnach von elf auf 17 Prozent.

Jede Geschlechterquote, egal wie sie ausgestaltet ist, sei allerdings besser als keine Geschlechterquote, mahnen die Forscher. "Wenn es ein Land beziehungsweise dessen Regierung jedoch wirklich ernst meint mit der Gleichstellung, muss es harte Sanktionen für den Fall der Nichterfüllung der Quote geben", sagt Katharina Wrohlich, die die Daten ausgewertet hat.

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