Veruntreuung: Ex-Leiter von Diakonie-Heim verurteilt

Veruntreuung: Ex-Leiter von Diakonie-Heim verurteilt

Der frühere Leiter eines Alten- und Pflegeheims der Diakonie in der Wesermarsch ist am Mittwoch vom Amtsgericht Brake wegen "gewerbsmäßiger Untreue" in 41 Fällen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden. Der Angeklagte Michael W. hatte zu Beginn des Prozesses durch seine Verteidiger ein volles Geständnis abgelegt. Richter Fabian Martens sah es als erwiesen an, dass W. zwischen 2012 und 2017 insgesamt 217.500 Euro von Konten des Heims abhob und für private Zwecke ausgab. Von dem Geld finanzierte er etwa einen Neuwagen, Renovierungsarbeiten am eigenen Haus oder Kreuzfahrten. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. (Az.: 2Ds 250 Js 69031/17 (43/19))

Außerdem muss der ehemalige Chef des Christophorus-Hauses in Brake während seiner dreijährigen Bewährungsfrist als Auflage monatlich 360 Euro an die die Jugendhilfe Wesermarsch überweisen. Das sind zusammen 11.000 Euro. Darüber hinaus zahlt W. dem Richter zufolge bisher bereits einen monatlichen Betrag, um den Schaden wiedergutzumachen. Wegen früherer Fälle von Untreue könne der 45-Jährige juristisch nicht mehr belangt werden, weil sie verjährt seien, sagte Martens.

Auf Nachfragen des Richters berichtete W., dass er bereits 2004 bemerkt habe, dass er Ausgaben für Heimbewohner auch ohne Beleg habe verbuchen können. Irgendwann sei er auf die Idee gekommen, dies auch für sich selbst zu tun. "Je nach Bedarf" habe er Summen zwischen 2.000 Euro und 15.000 Euro abgehoben. Meist seien es 5.000 Euro gewesen. Das Geld habe er genutzt, um sein Konto auszugleichen, sein Haus zu renovieren, zu reisen und seinen alltäglichen Lebensstil zu finanzieren. Im Nachhinein bereue er seine Taten. Heute könne er sich nicht mehr erklären, was ihn dazu getrieben habe.

Das Christophorus-Pflegeheim der Diakonie in Brake besteht seit mehr als 40 Jahren. Dort kümmern sich nach Angaben der Diakonie mehr als 90 Mitarbeitende um 101 pflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner.

Meldungen

Top Meldung
Wolfram Steckbeck vor dem Engelsgruß in der Nürnberger Kirche St. Lorenz
Wie politisch darf Kirche sein? Ein Thema, über das regelmäßig heiß diskutiert wird. In den Kommentargottesdiensten der Nürnberger Lorenzkirche haben Statements zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen seit einem halben Jahrhundert ihren Platz.