Herrnhuter Kirchensaal wird saniert

Herrnhuter Kirchensaal wird saniert
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Mit einem Gottesdienst hat am Sonntag im sächsischen Herrnhut die Sanierung des Kirchensaals der Brüdergemeine offiziell begonnen. Bis 2022 soll der Innenraum nach historischem Vorbild rekonstruiert werden, teilte der Herrnhuter Pfarrer Peter Vogt mit. Die Kosten belaufen sich auf knapp drei Millionen Euro. Sie sollen vor allem aus Fördermitteln und Spenden gedeckt werden. Rund 500.000 Euro fehlen den Angaben zufolge noch.

Bei den Bauarbeiten werden unter anderem wieder eine zweite Empore eingebaut und die Orgel saniert. Die zweimanualige Schuster-Orgel von 1957 wurde im Gottesdienst am Sonntag zum vorerst letzten Mal gespielt. Sie wird um ein Manual erweitert und kehrt den Angaben zufolge voraussichtlich erst im Frühjahr 2022 zurück. Die Herrnhuter Kirche war zwischen 1951 und 1956 wieder aufgebaut worden und danach innen kaum saniert worden.

Zerstört wurde das historische Kirchengebäude aus dem 18. Jahrhundert im Mai 1945 durch Brandstiftung. Bis zum Jubiläumsjahr 2022, dem 300-jährigen Bestehen von Ort und Herrnhuter Brüdergemeine, sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Die Siedlung Herrnhut, heute eine Kleinstadt im ostsächsischen Landkreis Görlitz, wurde 1722 von Glaubensflüchtlingen aus Böhmen gegründet. Das Land dafür hatte ihnen der vom Pietismus geprägte Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) zur Verfügung gestellt. Er gilt auch als Gründer der Brüdergemeine, der sogenannten Brüder-Unität.

Herrnhut ist der Ursprungsort dieser evangelischen Freikirche mit Gemeinden in mehr als 40 Ländern auf fünf Kontinenten. Die Brüdergemeine ist für ihr Andachtsbüchlein Losungen und die Herrnhuter Sterne bekannt.

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