Greta Thunberg ruft zu langem Kampf für Klimaschutz auf

Deutschland spricht 2019
Greta Thunberg ruft zu langem Kampf für Klimaschutz auf
Trotz Ferien rund 2.000 Teilnehmer bei «Fridays for Future» in Berlin
"Die Klimakrise stoppt nicht", sagt Greta Thunberg. In Berlin rief die Klima-Aktivistin bei der "Fridays for Future-"-Demonstration zum langjährigen Kampf für Klimaschutz auf. Trotz Ferien beteiligten sich hier über 2.000 Menschen am Klimaprotest.

Berlin (epd). Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg fordert ein langes Durchhaltevermögen beim Engagement für den Klimaschutz. Der Kampf für mehr Klimaschutz werde viele Jahre dauern, "eine andere Wahl haben wir nicht", sagte die 16-Jährige bei ihrer ersten längeren Rede in Deutschland auf der "Fridays for Future"-Demonstration am Freitag in Berlin. Zugleich rief Thunberg die ältere Generation zur Mithilfe auf.

Die Schwedin würdigte zudem die "Fridays for Future"-Bewegung in Deutschland. Diese habe Geschichte geschrieben. Zugleich kritisierte die 16-Jährige Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Medien. Diese würden ihrer Verantwortung im Kampf gegen die Klimakrise nicht gerecht.

Auch eine der Hauptorganisatorinnen der "Fridays for Future"-Proteste in Deutschland, Luisa Neubauer, forderte mehr Tatkraft bei den Entscheidungsträgern. "Wir jungen Menschen werden euch nicht die Welt retten. Das müssen wir schon zusammen machen", sagte Neubauer in Berlin.

Nach Polizeiangaben beteiligten sich am Freitag über 2.000 Teilnehmer an der Demonstration im Berliner Regierungsviertel und damit doppelt so viele wie von den Veranstaltern angesichts der Sommerferien erwartet. Auch in der Urlaubszeit werde weitergestreikt, betonte Thunberg: "Die Klimakrise stoppt nicht, auch wenn wir Ferien haben."

Im kommenden Schuljahr können Schüler, die während der Unterrichtszeit an den Klimaprotesten teilnehmen, weiter auf Nachsicht und Flexibilität der Schulleitungen hoffen, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) ergab. Die Kultusministerien der Länder verzichten weiterhin auf genaue Vorgaben für die Lehrer, wie auf Demonstrationsteilnahmen und Fehlzeiten zu reagieren ist. Die Ministerien verwiesen auf die Schulpflicht, viele lobten aber zugleich das demokratische Engagement der Jugendlichen.

Greta Thunberg nahm bereits zum zweiten Mal an "Fridays for Future" in der Bundeshauptstadt teil. Bereits Ende März hatte die Initiatorin der weltweiten Klimaproteste in Berlin eine Demonstration mit über 25.000 Menschen besucht. Anfang März beteiligte sie sich in Hamburg am Klimaprotest.

Die Organisatoren von "Fridays for Future" riefen zum nächsten großen globalen Klimastreik am 20. September auf. An dem Tag will das Klimakabinett entscheiden, ob es in Deutschland eine Bepreisung für den klimaschädlichen Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) geben soll.

Mit Blick auf die "Fridays for Future"-Demonstrationen sprach sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrer Sommerpressekonferenz für eine CO2-Bepreisung aus. Dadurch könne der Anreiz für Innovationen gesetzt werden, sagte Merkel. Den jungen Menschen, die sich an den Klimaprotesten beteiligen, könne sie sagen, dass "mit Hochdruck" an Lösungen für mehr Klimaschutz gearbeitet werde. Dazu müssten auch neue Wege gegangen werden und diese neue Wege müssten gut durchdacht sein, betonte die Bundeskanzlerin.

Bundesweit waren am Freitag weitere "Fridays for Future"-Proteste in rund 25 Städten geplant. Unter anderem sollte es Klimaproteste in Dortmund, Augsburg, Erfurt, München und Hamburg geben. Unter dem Motto "Fridays for Future" fordern junge Menschen seit Monaten weltweit mehr Anstrengungen beim Klimaschutz.