Präses Kurschus für sozialverträgliche CO2-Steuer

Präses Kurschus für sozialverträgliche CO2-Steuer
Deutschland spricht 2019

Die westfälische Präses Annette Kurschus unterstützt Pläne für eine CO2-Steuer. Für den Klimaschutz müsse jetzt in vielen Bereichen entschieden umgesteuert werden, sagte die stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Montagabend in Hamm. Eine CO2-Bepreisung müsse aber sozialverträglich gestaltet werden und dürfe "nicht zulasten derer geht, die ohnehin finanziell eher schlecht dastehen".

Die Schulstreiks der Bewegung "Fridays for Future", ein "erlaubter Akt von zivilem Ungehorsam", hätten dem Klimaschutz eine neue Dringlichkeit verliehen, sagte Kurschus. "Wie können wir unseren Kindern und Kindeskindern noch offen in die Augen sehen, wenn wir jetzt nichts machen?" Nötig seien ein schnellerer Ausstieg aus der Kohleverstromung, eine naturbewahrende Landwirtschaft und eine nachhaltige Industrie, die auf regionale Kreisläufe statt auf "schneller, größer, weiter" setzt.

Die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen plädierte auch für eine grundlegende Verkehrswende "stärker weg vom Autoverkehr, stärker weg vom Flugverkehr, hin zu einem preiswerteren öffentlichen Nah- und Fernverkehr, hin zu alternativen Antriebssystemen". Aber nicht nur Politik und Wirtschaft seien gefragt, auch die Kirche müsse handeln: "Obwohl wir schon einiges tun, haben wir noch Luft nach oben." Kurschus kündigte an, auf allen Ebenen und in allen Bereichen der Landeskirche werde ab sofort gefragt, wo noch mehr für den Klimaschutz getan werden könne.

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Der Berliner Protestforscher Simon Teune geht davon aus, dass die Klimabewegung "Fridays for Future" sehr lange aktiv sein wird. "Die Ausgangsbedingungen für einen langanhaltenden Protest sind sehr gut, weil es eine breite Unterstützung gibt",