Initiative "Maria 2.0" setzt Protest mit großer Kundgebung fort

Initiative "Maria 2.0" setzt Protest mit großer Kundgebung fort

Mit einer großen Kundgebung in Münster hat die Fraueninitiative "Maria 2.0" am Samstag ihren Protest für mehr Beteiligung und Rechte in der katholischen Kirchen fortgesetzt. Etwa tausend Frauen und Männer zogen durch die Innenstadt zum Sitz von Bischof Felix Genn und skandierten "Wir sind Kirche, wir sind hier, gleichberechtigt, Amen". Zu der Kundgebung unter der Überschrift "Viva Maria. Erneuert unsere Kirche" hatte auch die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) aufgerufen.

Rednerinnen und Redner betonten, Reformen in der katholischen Kirche seien längst überfällig. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum Frauen keinen Zugang zu den Weiheämtern hätten, sagte Andrea Qualbrink, Referentin für Strategie und Entwicklung im Bistum Essen. Die Ergebnisse der Missbrauchsstudie seien für viele zum Anlass geworden, ihre Kritik vorzutragen. Es sei erbärmlich, dass es solch einen Anlass brauche. Jetzt müsse das "System Kirche" grundsätzlich geprüft und verändert werden.

Bischof Genn zeigte sich den Kundgebungsteilnehmern nicht. Sein Generalvikar Jochen Reidegeld signalisierte aber Dialogbereitschaft. Für den September kündigten "Maria 2.0" und die kfd weitere Aktionen an. Zu den Forderung der Bewegung gehören die Öffnung aller kirchlichen Ämter für Frauen, die Aufhebung des Pflichtzölibats und eine umfassende Aufklärung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.

Im Mai hatten Frauen in vielen deutschen Bistümern in einem "Kirchenstreik" ein Woche lang ihre ehrenamtliche Tätigkeit in Einrichtungen der katholischen Kirche eingestellt und keine Kirche betreten. Sie verlangen mehr Gleichberechtigung von Frauen in der katholischen Kirche. Ausgangspunkt des Kirchenstreiks war Münster. Die deutschen Bistümer reagierten unterschiedlich auf die Proteste von "Maria 2.0". Viele zeigten sich zurückhaltend oder ablehnend, einige wenige begrüßten den Kirchenstreik ausdrücklich.

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