Protest gegen geplante Hinrichtungen in Sri Lanka

Protest gegen geplante Hinrichtungen in Sri Lanka

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler (SPD), protestiert gegen die in Sri Lanka angekündigte Wiederaufnahme von Hinrichtungen. "Ich appelliere an die sri-lankische Regierung, nach mehr als 40 Jahren Moratorium weiterhin keine Exekutionen durchzuführen", erklärte Kofler am Donnerstag in Berlin. Am Mittwoch hatte Sri Lankas Präsident Maithripala Sirisena den Hinrichtungsbefehl für vier wegen Drogenhandels zum Tode Verurteilte unterzeichnet.

Sri Lanka hatte zuletzt im Juli 1976 einen Menschen hingerichtet. Kofler warnte, dass die erneute Vollstreckung der Todesstrafe "dem Ansehen Sri Lankas, seinen Ambitionen im Sinne der Menschenrechte und dem Land als Wirtschaftsstandort" schaden würde. Zurzeit sind 1.299 Gefangene in Sri Lanka zum Tode verurteilt, darunter 48 wegen Drogenvergehen.

Sri Lankas Regierung hat die erneute Vollstreckung der Todesstrafe bereits seit längerem geplant. Präsident Sirisena hatte nach einem Besuch beim umstrittenen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte Anfang des Jahres angekündigt, er wolle sich dessen Drogenpolitik zum Vorbild nehmen.

Weil der letzte Henker des Landes 2014 in den Ruhestand gegangen war, schaltete die Regierung im Februar eine Stellenanzeige für den Posten. In Sri Lanka wird die Todesstrafe häufig wegen Mord, Vergewaltigung und Drogenhandel verhängt, jedoch wurde sie bisher fast immer in lebenslänglich umgewandelt.

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