Älteste Papierhandschrift in deutscher Sprache entdeckt

Älteste Papierhandschrift in deutscher Sprache entdeckt

Die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe spricht von einem Sensationsfund: Unter ihren mittelalterlichen Handschriften wurde kürzlich die älteste überlieferte Papierhandschrift in ausschließlich deutscher Sprache entdeckt. Die kleinformatige theologische Sammelhandschrift könne wegen ihrer Wasserzeichen sicher auf den Zeitraum 1335-1340 datiert werden, teilte die Bibliothek am Dienstag in Karlsruhe mit. Bislang galt als älteste, vollständig in Deutsch auf Papier geschriebene Handschrift ein Münchener Codex, der auf das Jahr 1348 datiert ist.

Die Handschrift Donaueschingen B V 13, der zwei recycelte Pergamenturkunden als Umschlag dienen, enthalte zwei Texte zum wahren christlichen Glauben, heißt es weiter: Das "Buch der sieben Grade" des Mönches von Heilsbronn mit 179 Seiten und das später eingebundene 13-seitige Meister Eckhart Traktat zu den "Vierundzwanzig Zeichen eines vernünftigen Grundes".

Durch die Neudatierung der Handschrift könne das literarische Wirken des anonymen, aber im Spätmittelalter vielgelesenen Autors "Mönch von Heilsbronn" erstmals zeitlich genauer eingegrenzt werden. Die Datierung nahm das Handschriftenzentrum der Universitätsbibliothek Leipzig vor.

Dort werden seit 2015 die deutschsprachigen theologischen Handschriften analysiert. Diese seien im Gegensatz zu den gut erforschten literarischen Handschriften aus Donaueschingen wie der Nibelungenlied-Handschrift C oder dem Rappoltsteiner Parzival bislang kaum aufgearbeitet worden.

Erstes Indiz zum Alter der Schrift sei das sehr dicke und steife Papier des äußerlich unscheinbaren Bandes gewesen, dessen Größe dem DIN-A6-Format entspreche. Zudem habe der Schrifttyp in das zweite Viertel des 14. Jahrhunderts gewiesen, was die Analyse der Wasserzeichen bestätigt habe.

Meldungen

Top Meldung
Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland
Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat den Haushaltsplan für 2020 beschlossen. Die Delegierten stimmten am Mittwochmorgen in Dresden einstimmig für den Entwurf, den Finanzexperte und EKD-Ratsmitglied Andreas Barner bereits am Montag eingebracht hatte.