Füllkrug-Weitzel: Entwicklungsarbeit wird zu Unrecht schlecht geredet

Füllkrug-Weitzel: Entwicklungsarbeit wird zu Unrecht schlecht geredet

Die Unterstützung für arme Länder wird nach Ansicht der Präsidentin der evangelischen Hilfsorganisation "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel, zu Unrecht schlecht geredet. "Anders als oft dargestellt: Entwicklung hilft", sagte Füllkrug-Weitzel am Donnerstag auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund. 1959 habe weltweit jeder zweite Mensch gehungert. "Heute ist es jeder neunte, obwohl die Weltbevölkerung stark gewachsen ist", erklärte sie in einem Interview auf dem Roten Sofa der Kirchenpresse.

Die Erfolge seien zwar kleiner als man bei den großen Geldsummen denken könnte, die in die Entwicklungsarbeit geflossen seien, fügte Füllkrug-Weitzel hinzu. Das liege jedoch vor allem daran, dass im Zuge der Schuldenkrise viel Geld in die westliche Welt abgeflossen sei. Auch der Klimawandel habe viele Finanzmittel in den Entwicklungsländern vernichtet. "Das ist ein permanenter Gegentrend."

Es sei zudem zunehmend notwendig, nicht nur finanzielle Hilfe zu leisten, sagte Füllkrug-Weitzel. Es helfe nichts, den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, wenn sie dann politischen oder internationalen Wirtschaftsinteressen zum Opfer fielen. Deshalb sei inzwischen vor allem internationale Lobby-Arbeit entscheidend. "Es reicht nicht nur, Brot zu geben. Man muss diesen Leuten helfen, ihre Rechte durchzusetzen."

In Südafrika habe "Brot für die Welt" zum Beispiel eine Organisation unterstützt, die die Zulassung eines Aids-Medikaments gerichtlich durchgesetzt habe. Das Präparat, mit dem die Übertragung des Virus von der Mutter auf das ungeborene Kind verhindert werden konnte, sei von der südafrikanischen Regierung zunächst nicht zugelassen worden.

epd lwd/rom fu

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