Drei Fragen an den Sekretär des Osterhasen

Postkarten in Deutschlands groesstem Osterhasen-Postamt in Ostereistedt

© epd-bild/Dieter Sell

Beim Osterhasen-Postamt in Ostereistedt kommt auch mal ein Brief aus Russland an.

Drei Fragen an den Sekretär des Osterhasen
Endspurt kurz vor Ostern: Bisher sind fast 28.000 Briefe und Postkarten in Deutschlands größtem Osterhasen-Postamt in Ostereistedt bei Bremen angekommen, davon etwa 1.000 Sendungen aus dem Ausland. Der Leiter des Postamtes, Hans-Hermann Dunker (80), sorgt in einem insgesamt zehnköpfigen ehrenamtlichen Team dafür, dass jeder Brief an den Osterhasen, der hier Hanni Hase heißt, auch beantwortet wird. "Meister Lampe" liebe Briefe, weiß Dunker, seit 21 Jahren "Sekretär" des Osterhasen. Und die Kinder hätten viele Fragen an Hanni Hase, sagt er im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Herr Dunker, es heißt, der Osterhase mag keine E-Mails. Ist das wahr?

Hans-Hermann Dunker: Also, wir haben keine Phobie gegen E-Mails, so ist das nicht. Wir nutzen sie ja auch für das, was hinter den Kulissen des Osterhasen-Postamtes läuft. Aber wenn Kinder per Hand einen Brief an den Osterhasen schreiben, dann ist das anders als am Computer auf der Tastatur. Das ist sorgfältiger - und es prägt sich für die Schreibenden ja auch besser ein. Das habe ich früher selbst ausprobiert: Wenn ich etwas auswendig lernen musste, dann habe ich das erst mal geschrieben. Dann war das schon ganz gut im Kopf.

Hans-Hermann Dunker sorgt in einem insgesamt zehnköpfigen ehrenamtlichen Team dafür, dass jeder Brief an den Osterhasen auch beantwortet wird.

Was ist das Besondere an so einem handgeschriebenen Brief?

Dunker: Der hat schon seine eigene Magie. Wenn ich den lese, berührt mich das viel mehr. Das ist irgendwie näher. Ich stelle mir dann vor, wie die Kinder am Tisch sitzen und schreiben und was sie sich dabei gedacht haben. Und auch Hanni Hase liebt Briefe. Wir sehen hier im Osterhasenpostamt, dass sich viele Kinder und auch Erwachsene mit Sorgfalt und Konzentration an Karten und Briefe gesetzt haben. Manches ist wirklich wunderschön und korrekt geschrieben, mit bunten Bildern oder sogar mit Basteleien geschmückt. Anderes ist eher hingeworfen. Viele Kinder schreiben so, wie sie reden, von der Grammatik her dann ganz falsch.

Was schreiben die Kinder Hanni Hase, dürfen Sie das verraten?

Dunker: Wenn es persönlich wird, bleibt das natürlich geheim. Aber allgemein lässt sich sagen: Viele Kinder haben Fragen an den Osterhasen. Wie kannst du die ganzen Ostereier tragen, hast du Schmerzen im Rücken? Wie schaffst du das, über unseren Zaun zu kommen? Hast du einen Schlüssel für all die Türen? Wie kommst du an unserem Hund vorbei? Hast du eine Frau? Kennst du das Christkind und triffst du dich mit ihm? Ihr habt ja beide frei im Sommer - macht ihr dann zusammen Urlaub? Oft lesen wir auch: Bleib ja gesund!

Die meisten Briefe sind mit Wunschzetteln verbunden. Manchmal bekommen wir ganze Listen oder Seiten aus dem Spielzeugkatalog, wo Dinge angekreuzt sind. Einige Kinder wünschen sich Frieden, dass die Menschen gut miteinander umgehen, dass alle genug zu essen haben. Aber in der Hauptsache geht es ganz klassisch um Schoko-Ostereier, dann auch um Technik wie Smartphones und manchmal um Tiere, die die Kinder gerne geschenkt haben möchten. Irgendwie geht das zu Ostern schon in Richtung Kommerz wie bei Weihnachten.