So heiratet Deutschland

Braut hält Brautstrauß.

© Getty Images/iStockphoto/ragp ufuk vural

In Thüringen und dem Saarland ist die Zahl der kirchlichen Trauungen besonders hoch.

So heiratet Deutschland
Vom Kennenlernen bis zum Traualtar - wie sieht in Deutschland dieser Weg für Paare aus? Das hat die Studie "So heiratet Deutschland" herausgefunden.

In der jährlichen Studie "So heiratet Deutschland" hat kartenmacherei.de die Hochzeitsgewohnheiten der Deutschen untersucht. Betrachtet wurden dabei unter anderem Bereiche wie Partnerschaft, Hochzeitsstil, Kosten, Heiratsgründe und die Gestaltung des großen Tags selbst. Die Ergebnisse wurden nach regionalen, geschlechtsspezifischen und altersspezifischen Unterschieden ausgewertet. Unter anderem untersucht die jährliche Studie die Entwicklung von kirchlichen Trauungen.

Bildergalerie

Hier kommt die Braut!

Brautkleid aus den 1910ern

Foto: akg-images

Brautkleid aus den 1910ern

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Anfang des 20. Jahrhunderts war Mode für Frauen noch einengend, Korsetts und lange Kleider bis zum Boden bestimmten das Bild. Auf jeden Fall galt: Bloß nicht zu viel Haut zeigen!

Brautkleid aus den 1920ern

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Ein neues Frauenbild entstand nach dem Ersten Weltkrieg: Das Korsett wurde abgelegt, bequeme Kleidung und ein androgyner Look waren en vogue. Dabei rutschte die Taille bis auf Oberschenkel-Höhe, der Rocksaum wurde dafür kürzer - zum ersten Mal zeigte frau Bein, sogar im Brautkleid.

Brautkleid aus den 1930ern

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In den 1930er Jahren wurde Mode wieder figurbetonter. Das Schönheitsideal der Frau war groß und schlank. Dementsprechend waren weiche, fließende Stoffe und enganliegende Ärmel angesagt - wie bei diesem Brautkleid, das auf einer Hochzeit in London im Jahr 1938 getragen wurde.

Brautkleid aus den 1940ern

Foto: akg-images / Album / COLUMBIA PI

Von der mädchenhaften Figur zur Sanduhr-Silhoutte: In den 1940er betonte die Mode wieder die weiblichen Rundungen, die Brautkleider waren ausladend-aufgebauscht. Schauspielerinnen wie Rita Hayworth (hier in ihrem Film "Reich wirst du nie" aus dem Jahr 1941) wurden zu Stilikonen.

Brautkleid aus den 1950ern

Foto: akg-images / Album / PARAMOUNT P

Nach den Kriegsjahren wurde Mode zum Ausdruck für ein besseres Leben. Eleganz wurde groß geschrieben - wadenlange, ausgestellte Röcke und enge Blusen prägten den Kleidungsstil. Accessoires wie Handtaschen und Pumps waren farblich aufeinander abgestimmt und Hüte erfreuten sich großer Beliebtheit, auch bei der Hochzeitsgarderobe: Die Braut von Welt trug nun nicht mehr länger Schleier.

Brautkleid aus den 1960ern

Foto: ClassicStock / akg-images / Corr

Die Hüte werden größer, die Kleider kürzer: In den 1960er sorgt der Minirock für Aufregung. Der Ausbruch aus starren Konventionen wird auch in der Modewelt als Befreiungsschlag gefeiert.

Brautkleid aus den 1970ern

Foto: akg-images / Mondadori Portfolio

Hippie- und Folklore-Mode ist in den 1970er Jahren angesagt. Je kürzer desto besser gilt nicht mehr, Frauen tragen wieder bodenlange Röcke und Kleider so wie auch die italienische Sängerin, Schauspielerin und Musikproduzentin Caterina Caselli auf ihrer Hochzeit 1970.

Brautkleid aus den 1980ern

Foto: Getty Images/Nick Dolding

In der Mode der 1980er Jahre war alles erwünscht, was auffällt: Rüschen, Schulterpolster, Neonfarben. Auch die Brautkleider waren dementsprechend üppig und extravagant.

Brautkleid aus den 1990ern

Foto: ClassicStock / akg-images / C. U

Im Jahrzehnt des Plastik-Pops sind Synthetikoutfits der letzte Schrei - und machen auch nicht vor Hochzeitskleidern halt.

Brautkleid aus den 2000ern

Foto: epd-bild / Ricardo Demurez

Zurück zur Natürlichkeit: Die Brautmode wird wieder dezenter. Strahlendes Weiß ist dabei nicht mehr gefragt, Hochzeitskleider sind stattdessen cremefarben .

Brautkleid aus den 2010ern

Foto: Getty Images/Moment Open/Oleh Slobodeniuk

Die natürliche Eleganz aus den 2000er Jahren setzt sich fort. Außerdem im Trend: professionelle Hochzeitsfotografie, die das Paar opitimal in Szene setzt.

Zwar ist eine kirchliche Hochzeit mittlerweile auch ohne standesamtliche Trauung möglich, tatsächlich rechtskräftig ist jedoch nur der standesamtliche Ehebund. Dementsprechend entscheiden sich 96 Prozent der Befragten für eine standesamtliche Eheschließung. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der kirchlichen Trauungen noch einmal stark zurückgegangen. Suchten 2017 47 Prozent Gottes Segen, entschieden sich 2018 nur 36 Prozent der Paare für eine kirchliche Trauung. Aus den Ergebnissen der Studie geht auch hervor, dass Religion nur für etwa jedes fünfte Paar ein Grund zu heiraten ist.

Verhältnismäßig hoch ist die Anzahl kirchlicher Trauungen mit jeweils 50 Prozent in Thüringen und im Saarland. Die Ergebnisse aus dem Vorjahr zeichnen ein anderes Bild: mit jeweils 23 und 31 Prozent ordneten sich die Bundesländer 2017 im Mittelfeld ein. Insgesamt geht der Trend also weg von kirchlichen Trauungen, in vereinzelten Regionen hingegen ist eine gegenteilige Tendenz zu beobachten.

###galerie|121876|Für den schönsten Tag im Leben: Hochzeitsbräuche###

Mit neun, elf und zwölf Prozent kirchlichen Trauungen bilden Sachsen-Anhalt, Bremen und Brandenburg das Schlusslicht. Dafür immer mehr im Kommen: Die (zusätzliche) Trauung durch einen freien Redner. Sechs Prozent der Befragten entscheiden sich für diese sehr persönliche und intime Art der Vermählung. Besonders gefragt sind freie Redner in Bremen und Sachsen. Hier lassen sich jeweils über 20 Prozent von einem freien Redner vermählen.

Im Zeitraum vom 16.2. − 26.2.2018 befragte die kartenmacherei in einer Online-Umfrage 1.018 Studienteilnehmer beider Geschlechter aus ganz Deutschland, die innerhalb der letzten zwölf Monate geheiratet haben. Anhand von 24 Fragen wurden die Studienteilnehmer zu verschiedenen Themenbereichen der Hochzeit befragt und dabei regionale, alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede ermittelt. Die Studie wurde 2017 das erste Mal durchgeführt und liefert in der Neuauflage direkte Jahresvergleichswerte. Die vollständigen Ergebnisse finden sich unter: www.kartenmacherei.de/hochzeitsstudie/.

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