Theologe: Ökumene kann Weg zu gemeinsamem Bekenntnis sein

Theologe: Ökumene kann Weg zu gemeinsamem Bekenntnis sein
Wenn es Christen gelänge, die Differenzen beizulegen, wäre das ein christliches Zeugnis in einer zerrissenen Welt und Gesellschaft, so der Bamberger Theologieprofessor Wolfgang Klausnitzer anlässlich des Augsburger Friedensfestes.

Der Bamberger Theologieprofessor Wolfgang Klausnitzer hat die Bedeutung der Ökumene auf dem Weg zu einem gemeinsamen Bekenntnis der christlichen Kirchen betont. In der Ökumene könne es gelingen, "eine Gestalt und ein Bekenntnis der christlichen Gemeinschaft zu finden, in dem wir unser je eigenes Bekenntnis zur Form der Kirche bewahrt finden, bereichert durch das Bekenntnis der anderen", sagte Klausnitzer am Dienstag laut Predigttext beim ökumenischen Festgottesdienst zum Augsburger Friedensfest in der Kirche St. Anna.

Ein solcher Schritt wäre auch ein Signal an die Gesellschaft, betonte der Theologe, der das Ökumenereferat des katholischen Erzbistums Bamberg leitet: "Wenn es uns Christen gelänge, unsere Differenzen beizulegen, wäre dies in der Tat ein christliches Zeugnis hinein in die vielen Zerissenheiten dieser Welt und unserer Gesellschaft." Klausnitzer erinnerte in seiner Predigt daran, dass schon Jesus seine Jünger zur Einheit gerufen habe. Und auch die beiden Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon "starben im Glauben an die Einheit der erneuerten Kirche", erklärte der Theologieprofessor.

Der Gottesdienst in der Kirche St. Anna bildete den Auftakt zum Augsburger Friedensfest. In diesem Jahr wird dabei auch der Träger des Augsburger Friedenspreis bekannt gegeben. Der mit 12.500 Euro dotierte Preis zeichnet Personen aus, die sich für das friedliche Miteinander der Religionen und Kulturen einsetzen.

Das Augsburger Friedensfest wird seit 1650 jedes Jahr am 8. August gefeiert. Die Protestanten bekamen damals nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges die Religionsfreiheit zurück.

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