Friedenspreis für Ex-Kindersoldaten, Maori und Anti-Mafia-Netzwerk

Bremer Friedenspreis 2017

Foto: University of Canterbury/Duncan Shaw-Brown

Friedenspreis für Ex-Kindersoldaten, Maori und Anti-Mafia-Netzwerk
Eine sizilianische Anti-Mafia-Organisation, eine maorische Friedensaktivistin und ein früherer Kindersoldat bekommen den internationalen Bremer Friedenspreis 2017.

Die mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 2003 alle zwei Jahre von der Bremer Friedensstiftung "Die Schwelle" für beispielhaften Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Umwelt verliehen. Die Preise in drei gleichrangigen Kategorien sollen am 17. November im Bremer Rathaus übergeben werden.

Als "ermutigende Initiative" bezeichnete die Jury bei der Bekanntgabe der Preisträger am Mittwoch das sizilianische Netzwerk "Addiopizzo - Tschüss Schutzgeld". Dabei hätten sich mehr als 1.000 Geschäfte zusammengeschlossen, um sich gegen Schutzgeldforderungen zu schützen. Ehrenamtlich Mitarbeitende besuchten Schulen und sensibilisierten Kinder und Jugendliche für die gesellschaftlichen Probleme, die durch das kriminelle Handeln der Mafia entstünden.

Die neuseeländische Friedens- und Umweltaktivistin Pauline Tangiora setzt sich laut Würdigung der Jury seit vielen Jahren für die Rechte indigener Völker ein. Dabei verbinde die Angehörige der Maori Stammeswissen ihrer Ahnen mit der Botschaft, die Erde zu schützen und zu bewahren. Es sei ihrer Kampagne zu verdanken, dass sich der neuseeländische Staat im vergangenen Jahr für Landraub und Zerstörung der maorischen Kultur entschuldigte und nun Entschädigungen zahlen will.

Nach zehn Jahren als Kindersoldat im Kongo macht sich Junior Nzita nach Angaben der Stiftung als Friedensarbeiter und ehrenamtlicher UN-Botschafter gegen die Ausbeutung von Kindern als Kämpfer in Kriegen stark. Nzita sei als Zwölfjähriger entführt und zum Kämpfen gezwungen worden. Trotz Traumatisierung sei es ihm gelungen, sein Abitur nachzuholen und eine Ausbildung zum Sozialabeiter zu absolvieren.

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