Berliner Staatsbibliothek zeigt Luthers Thesendrucke von 1517

Schlosskirche Wittenberg - Thesentür

Foto: dpa/Jan Woitas

Berliner Staatsbibliothek zeigt Luthers Thesendrucke von 1517
Heute sind laut Staatsbibliothek nur noch sieben Exemplare der Thesendrucke aus Nürnberg und Leipzig bekannt. Zwei davon werden in Berlin aufbewahrt.

Zum 500. Reformationsjubiläum zeigt die Berliner Staatsbibliothek selten zu sehende Dokumente aus der Zeit Martin Luthers (1483-1546). Unter dem Motto "Bibel-Thesen-Propaganda" werde ab 3. Februar die Reformation in 95 Objekten erzählt, darunter einmalig auch alle drei noch existierenden Thesendrucke des Jahres 1517, wie die Staatsbibliothek am Samstag mitteilte. Die Veröffentlichung von 95 Thesen durch Luther am 31. Oktober 1517 gilt als Ausgangspunkt der Reformation, der kirchlichen Erneuerungsbewegung in Deutschland und Europa. 

Luther sandte den Angaben zufolge seine Thesen unter anderem dem Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg. Zugleich kursierten in Luthers Umfeld einige Abschriften. Außerdem wurden drei Ausgaben der in Latein abgefassten Thesen gedruckt: zwei Plakatdrucke entstanden in Nürnberg und in Leipzig, eine kleinere Ausgabe auf vier Blättern im Quartformat in Basel. 



Heute sind laut Staatsbibliothek nur noch sieben Exemplare der Thesendrucke aus Nürnberg und Leipzig bekannt. Zwei davon werden in Berlin aufbewahrt: die Staatsbibliothek besitzt einen Druck aus Nürnberg, das Geheime Staatsarchiv einen aus Leipzig. In den ersten beiden Wochen der Ausstellung im kommenden Februar sollen diese beiden Plakatdrucke zusammen mit dem Baseler Druck nebeneinander gezeigt werden. Der Nürnberger Plakatdruck der Staatsbibliothek wurde 2015 zum Weltdokumentenerbe erklärt. Weitere Exponate sind ein Druck von Luthers "Sermon von dem Ablass und Gnade" von 1518, der die Reformationsbewegung wesentlich mit auslöste, sowie die päpstlichen Bulle, mit der Papst Leo X. 1520 Luther den Bann androhte. 

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