Rund 51.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland

Rund 51.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland
Mehr als 50.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind aktuell in Deutschland registriert. Die meisten leben in Nordrhein-Westfalen. Die Grünen kritisieren, die Minderjährigen würden mangelhaft im Ausländerzentralregister erfasst.

Im deutschen Ausländerregister sind derzeit 51.068 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) eingetragen. Die Zahl ergebe sich aus einer Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion an die Bundesregierung, teilte die Partei am Montag auf Anfrage in Berlin mit und bestätigte damit einen Bericht der Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Mit 11.051 Minderjährigen seien die meisten Flüchtlinge ohne Sorgeberechtigte in Nordrhein-Westfalen registriert.

Kritik von den Grünen

Verhältnismäßig viele Flüchtlinge im Kindesalter ohne Eltern oder andere Angehörige leben zudem in Bremen (1.229). Nach dem Königsteiner Schlüssel, der festgelegt, wie viele Asylsuchende ein Bundesland aufnehmen muss, wäre das kleine Bundesland nur für 611 von ihnen zuständig. Die wenigsten Minderjährigen leben momentan im Saarland (567) und in Mecklenburg-Vorpommern (924).

In Bayern liegt die Zahl aktuell bei 7.330, in Baden-Württemberg bei 6.825, in Niedersachsen bei 4.638 und in Hessen bei 4.446. Weniger unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leben demnach in Berlin (2.464), Hamburg (1.228), Thüringen (1.274). Die Zahlen beziehen sich auf den Stichtag 15. September.

Die Sprecherin für Flüchtlingspolitik in der Grünen-Bundestagsfraktion, Luise Amtsberg, kritisierte im Gespräch mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben) eine mangelhafte Erfassung der UMF im Ausländerzentralregister. "Wie mit dieser Larifari-Speicherung im Ausländerzentralregister nun zum Beispiel vorausschauend Ausbildungs- und Integrationsangebote für die unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen vorgehalten werden sollen, bleibt ein Rätsel", sagte sie.