Menschenrechtler: Indigene in Lateinamerika sterben langsamen Tod

Menschenrechtler: Indigene in Lateinamerika sterben langsamen Tod
Am Dienstag ist der Internationale Tag der indigenen Völker. Die Menschenrechtsorganisation Fian beklagt die systematische Verletzung der Rechte von Ureinwohnern in Lateinamerika.

"Die indigene Bevölkerung Lateinamerikas stirbt einen langsamen, aber sicheren sozialen und kulturellen Tod", erklärte die Lateinamerika-Referentin von Fian, Almudena Abascal, am Montag in Köln. Dafür sei vor allem der fehlende Zugang zu Land verantwortlich.

Gewalt an der Tagesordnung

Das Problem habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft, erklärte die Fian-Expertin Abascal. Gründe seien unter anderem der Raubbau der natürlichen Ressourcen und die Expansion von Agrarunternehmen. Vielerorts müssen die Territorien der Ureinwohner den Angaben zufolge landwirtschaftlichen Nutzflächen weichen, etwa für Soja-, Palmöl- und Zuckerrohr-Plantagen oder die Viehzucht. Gewaltsame Auseinandersetzungen bei Räumungen und die Kriminalisierung von indigenen Völkern seien an der Tagesordnung, hieß es weiter.

Als Beispiel nannte Fian den Konflikt um das Wasserkraftprojekt Barro Blanco in Panama, das mit Mitteln der deutschen Entwicklungsbank DEG mitfinanziert wird. Im Mai sei das indigene Volk der Ngabe-Buglé aus seinem traditionellen Land vertrieben worden, um mit der Flutung des Stausees zu beginnen. Durch den Bau drohe dem Volk die Überflutung ihrer Länder, Häuser sowie heiliger und kultureller Orte. Das Projekt steht seit Jahren in der Kritik, weil eine Umweltverträglichkeitsstudie nicht vorliegt und die Ureinwohner auch nicht in die Planung miteinbezogen wurden. Deshalb hatte die panamaische Regierung im vergangenen Jahr zunächst einen Baustopp verhängt.