CSU stellt sich gegen Schwesigs Familiengeld-Vorschlag

CSU stellt sich gegen Schwesigs Familiengeld-Vorschlag
Am Montag hatte Bundesfamilienministerin Schwesig (SPD) ihre Pläne für ein Familiengeld vorgestellt. Aus der eigenen Partei kommt Unterstützung, die CSU hingegen kritisiert das Konzept.

Die CSU lehnt den Vorschlag von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) für ein neues Familiengeld ab. Eine solche Sozialleistung käme nur wenigen Vätern und Müttern zugute, sagte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt der "Passauer Neuen Presse" (Dienstagsausgabe). Aus den eigenen Reihen erhielt Schwesig dagegen Rückendeckung. SPD-Generalsekretärin Katarina Barley bezeichnete das Modell der Ministerin als "genau den richtigen Ansatz".

Schwesigs Vorschlag zufolge sollen Eltern, die beide ihre Arbeitszeit auf 28 bis 36 Wochenstunden reduzieren, bis zu zwei Jahre lang 300 Euro im Monat bekommen. Voraussetzung ist, dass das Kind jünger als acht Jahre alt ist.

Unterstützung beim Kauf von Wohneigentum

Nach den Worten Hasselfeldts würde nur ein kleiner Teil der Familien dieses Arbeitszeitmodell wählen. "Wir plädieren daher für eine steuerliche Entlastung der mittleren Einkommen." Außerdem sollten Familien mit Kindern beim Kauf von Wohneigentum finanziell unterstützt werden, fügte sie hinzu. "Dass sich die SPD bei der steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus verweigert hat, kann ich nicht nachvollziehen. Auch das hätte Familien sehr geholfen."

Barley erklärte, immer mehr Mütter und Väter wollten gleichberechtigt Familie und Beruf unter einen Hut bringen. Da helfe es am meisten, wenn beide die berufliche Belastung reduzieren könnten, sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagsausgabe). Es sei nur folgerichtig, Mütter und Väter dann auch finanziell zu unterstützen. "Die starren Rollenbilder in unserer Gesellschaft ändern sich."