Verband Alleinerziehender fordert Kindergrundsicherung

Zur Bekämpfung von Kinderarmut fordert der Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter eine allgemeine Kindergrundsicherung.

Berlin (epd). Viele Leistungen wie das Kindergeld seien derzeit ungerecht ausgestaltet, sagte die Bundesvorsitzende Solveig Schuster in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Viele Hilfen kämen gerade bei Alleinerziehenden nicht an. Nötig sei daher eine Bündelung unterschiedlicher Leistungen wie Kindergeld, Kinderzuschlag, Wohngeld und Unterhaltsvorschuss. "Mit einer solchen Kindergrundsicherung könnte der finanzielle Druck rausgenommen werden", sagte Schuster.

"Ein strukturelles Problem"

Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh haben alleinerziehende Elternteile ein vielfach höheres Armutsrisiko als zusammen lebende Eltern. Fast eine Million Kinder wachsen in Deutschland laut der Studie in einer Familie mit nur einem Elternteil auf, die Hartz IV bezieht. Die Hälfte der Alleinerziehenden erhält keinen Unterhalt vom Ex-Partner für ihre Kinder.

"Die hohe Armutsquote von Alleinerziehenden ist nicht das individuelle Problem der einzelnen Mutter, sondern ein strukturelles Problem", unterstrich Schuster. Große Probleme gebe es für Alleinerziehende auf dem Arbeitsmarkt. Es gebe nicht genügend passende Jobangebote, die für eine Sicherung der Existenz ausreichten. Zudem fehlten angesichts von immer flexibleren Arbeitszeiten oft passende oder bezahlbare Kinderbetreuungsangebote. "Dazu braucht es passgenaue individuelle Lösungen und Unterstützungsangebote", mahnte Schuster. Es mangele hier auch an öffentlichen kostenfreien Angeboten.

Alleinerziehende müssten auch als Familienform etwa im Steuerrecht anerkannt werden, fordert der Verband. "Alleinerziehende müssen allein schultern, was sich sonst in einer Paarbeziehung zwei teilen", erklärte Schuster. Auf ihnen laste oft die Kindererziehung, Haushaltsführung und zusätzlich die Sicherung des Einkommens für sich und die Kinder.