Facebook hebt Sperre von Hass-Doku-Seite "Perlen aus Freital" auf

Facebook hebt Sperre von Hass-Doku-Seite "Perlen aus Freital" auf
Die Seite "Perlen aus Freital" dokumentiert Hasskommentare in sozialen Netzwerken. Facebook hatte sie gesperrt, was zu Protesten auch aus der Politik führte. Nun ist die Seite wieder erreichbar.

Berlin (epd)Das soziale Netzwerk Facebook hat die Seite "Perlen aus Freital" nach Protesten wieder freigeschaltet. Die Seite war von Facebook vorübergehend gesperrt worden, wie die Betreiber am Donnerstag mitteilten. Am Mittwoch habe Facebook die Seite überraschend wieder freigeschaltet: "Zudem gibt es nun Kontakt mit Facebook und wir schauen nun, wie wir zukünftige Sperren vermeiden können." Die Seite sammelt seit den Protesten gegen Asylbewerber in der sächsischen Kleinstadt Freital im Sommer 2015 rechtsradikale, ausländerfeindliche und rassistische Kommentare in sozialen Netzwerken.

Kritik von Justizminister Maas

Im Januar sei die Seite zunächst für 30 Tage für Postings gesperrt worden, erklärten die Betreiber auf Facebook. "Am 18.2. bekamen wir dann von Facebook die Nachricht, dass unsere Seite dort auf 'Nicht veröffentlicht' gesetzt wurde, da wir gegen die Nutzungsbedingungen beziehungsweise die Gemeinschaftsstandards verstoßen würden", hieß es weiter. Die Sperrung hatte zu Kritik geführt. "Das Sperren von Seiten wie 'Perlen aus Freital' schwächt den Kampf der Zivilgesellschaft gegen Hasskriminalität", hatte etwa Justizminister Heiko Maas (SPD) auf Twitter erklärt.

"Auch Seiten, die rassistisches Gedankengut dokumentieren, können ein wichtiger Beitrag einer aktiven Zivilgesellschaft beim Kampf gegen rechten Hass sein", sagte Maas dem Berliner "Tagesspiegel" (Donnerstagsausgabe). "Sie können helfen, geistige Brandstifter zu entlarven. Strafbare Inhalte sollten aus dem Netz verschwinden, nicht der Kampf der Zivilgesellschaft gegen Hasskriminalität." Auch Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt twitterte Anfang der Woche: "Hetzer sperren, statt Aufklärer blockieren!"

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