Nahles will Flüchtlinge besser in Arbeit bringen

epd-bild / Rolf Zöllner

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles will berufsbezogene Sprachkurse für Flüchtlinge ausbauen.

Nahles will Flüchtlinge besser in Arbeit bringen
Sie will Sprachkurse und Vermittlungsprogramme ausbauen: Damit möchte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles Flüchtlingen bessere Jobperspektiven eröffnen. Sprachkenntnisse aus Integrationskursen reichten für einen Job in der Regel nicht aus.

Berlin (epd)In vielen Bereichen würden Arbeitskräfte gebraucht, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag in Berlin. "Diese Situation wollen wir nutzen, um den rechtmäßig zu uns kommenden Flüchtlingen eine Chance auf ein neues und besseres Leben zu eröffnen", sagte sie. Flüchtlinge sollten schnell zu Kollegen werden. Die Ministerin kalkuliert für entsprechende Maßnahmen mit bis zu 3,3 Milliarden Euro mehr im Jahr 2016.

Nahles sagte, wie sich der Bedarf entwickelt, hänge unter anderem von der Zahl der Asylantragsteller, der Anerkennungsquote, dem Familiennachzug und nicht zuletzt den Vermittlungserfolgen ab. Je nach Situation geht die Ministerin von 240.000 bis 460.000 neuen Sozialleistungsberechtigten im nächsten Jahr aus. Dabei handelt es sich um Asylbewerber, die nach einer gewissen Zeit Anspruch auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch haben. Von diesen Leistungsberechtigten werden nach Nahles Angaben 175.000 bis 335.000 im erwerbsfähigen Alter sein.

Berufsbezogenen Sprachkurse

Daraus ergibt sich nach der Schätzung des Arbeitsministeriums ein finanzieller Mehrbedarf in Höhe von 1,8 bis 3,3 Milliarden Euro. Nahles sagte, sie sei darüber bereits im Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Die Ministerin will vor allem die berufsbezogenen Sprachkurse ausbauen, da nach ihren Angaben die Kenntnisse aus den Integrationskursen in der Regel nicht ausreichend sind, um sich für einen Job zu behaupten. Zudem plant sie Ausgaben für Eingliederungshilfen in den Arbeitsmarkt.