Anglikaner-Erzbischof Welby wirbt in Dresden für Frieden

Anglikaner-Erzbischof Welby wirbt in Dresden für Frieden
70 Jahre nach der Zerstörung Dresdens hat der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, in einem Gottesdienst in der Frauenkirche für Frieden und Versöhnung geworben.
Deutschland spricht 2019

Bis vor wenigen Jahren hätten sich Mittel- und Westeuropa sicher fühlen können, und niemand habe sich vorgestellt, dass Europäer sich wieder auf dem Schlachtfeld bekämpften, sagte das geistliche Oberhaupt der Kirche von England in seiner Predigt am Sonntag. An dem Gottesdienst wirkten auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sowie der Bischof und der Dean von Coventry, Christopher Cocksworth und John Witcombe, mit.

Der Erzbischof von Canterbury verwies auf Konflikte in verschiedenen Regionen: "Wir schauen Richtung Osten und sehen die Ukraine von Invasion bedroht." Im Nahen Osten und in Afrika würden durch die Terrorgruppen "Islamischer Staat" und Boko Haram unbeschreibliche Grausamkeiten begangen, die zudem noch als "von Gott offenbarte Religion maskiert" würden. Zwar sei der "Schrei der Unterdrückten" zu hören, aber dennoch gebe es in Teilen der Welt mehr Wohlstand, bessere Medizin, gesündere Wohnverhältnisse und bessere soziale Beziehungen als je zuvor, sagte Welby.

Der Gottesdienst stand im Zeichen der Aufnahme der Frauenkirche in die internationale Nagelkreuzgemeinschaft, die ihren Ursprung in Coventry hat. Kurz nach der Zerstörung der englischen Stadt durch deutsche Bomber 1940 hatte der damalige Dompropst Richard Howard die Gemeinschaft gegründet, der heute 160 Nagelkreuzgemeinden angehören. In der zerbombten Kathedrale von Coventry ließ Howard die Worte "Father forgive" ("Vater vergib") einmeißeln. Zimmermannsnägel aus dem zerstörten Gotteshaus wurden zu Kreuzen zusammengefügt. Vor zehn Jahren erhielt die Frauenkirche in Dresden ein Nagelkreuz.

Welby war fünf Jahre lang am Internationalen Zentrum für Versöhnung in Coventry tätig. Seither hätten die Leiden Europas und die schrecklichen Ereignisse vor 70 Jahren sein Engagement für Versöhnung in vielen Teilen der Welt bestimmt, sagte der Erzbischof. Versöhnung als Gabe Gottes müsse genährt und gepflegt werden.

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