Ökumenische Kapelle im Frankfurter Flughafen eingeweiht

Ökumenische Kapelle im Frankfurter Flughafen

Foto: epd-bild/Thomas Rohnke

Die ökumenische Kapelle befindet sich im Transitbereich des Terminals eins im Frankfurter Flughafen.

Ökumenische Kapelle im Frankfurter Flughafen eingeweiht
Neben einem islamischen und einem jüdischen Gebetsraum wurde eine neue ökumenische Kapelle im Transitbereich des Frankfurter Flughafens eingeweiht. Der Flughafen könne damit ein als Vorbild für ein friedliches Zusammenleben der Religionen sein, sagte Kirchenpräsident Volker Jung.

Die evangelische und die katholische Kirche haben am Dienstag eine ökumenische Kapelle im Frankfurter Flughafen eingeweiht. Die gemeinsam mit orthodoxen Christen genutzte Kapelle im Transitbereich von Terminal eins befindet sich unmittelbar neben einem islamischen und einem jüdischen Gebetsraum. "Es ist wichtig, dass wir ein deutliches Zeichen für die Verbundenheit der Religionen setzen", sagte der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung im Beisein von Vertretern der drei großen christlichen Konfessionen, der Muslime und der Juden.

"Die Welt braucht das friedliche Zusammenleben der Religionen", sagte Jung. "Der Flughafen kann Vorbild für viele gesellschaftliche Orte sein." Der Limburger Weihbischof Thomas Löhr würdigte die Bedeutung der gemeinsamen Feier aller monotheistischen Religionen: "Das ist unsere Gesellschaft und unsere Welt - so bunt soll sie auch sein." Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Menachem Halevi Klein, fasste dies in ein Bild: "In einem Flugzeug sitzen wir alle zusammen und teilen ein Schicksal, so auch in der Welt." Fraport-Vorstandsmitglied Michael Müller legte Wert auf die Gebetsräume, denn: "Alle Menschen sind am Flughafen willkommen."

Der knapp 18 Quadratmeter große Raum ist schlicht gehalten: Hinter dem weißen Altarwürfel aus Holz steht ein mit biblischen Szenen geschmücktes metallenes Stab-Kreuz des katholischen Pallottinerordens. An der Seite hat die griechisch-orthodoxe Kirche über dem Fürbittenbuch ein Ikonenbild an die Wand gehängt. Die gegenüberliegende Seite und die rückwärtige Wand sind im Auftrag der evangelischen Kirche von der Stuttgarter Künstlerin Angelika Weingardt aus mundgeblasenen, satinierten Opalglasstäben gestaltet worden. Die Kapelle ist rund um die Uhr geöffnet.

Menschen im Transitbereich, die oft nur zum Umsteigen hier sind, seien ortlos und damit ein Stück orientierungslos, sagte die evangelische Flughafenpfarrerin Ulrike Johanns. In dieser Situation böten die Gebetsräume Schutz und einen Rückbezug zur Heimat. Die benachbarten Gebetsräume für Muslime und Juden sind bereits im vergangenen Jahr eröffnet worden. Es ist die zweite Kapelle im Transitbereich des Frankfurter Flughafens. Daneben gibt es bereits Gebetsräume im im öffentlich zugänglichen Bereich von Terminal eins, im Transitbereich von Terminal zwei und eine ökumenische Kapelle in der Flüchtlingsunterkunft am Flughafen.

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