Ende der Eiszeit: Kuba und USA verhandeln über Austausch von Botschaftern

Ende der Eiszeit: Kuba und USA verhandeln über Austausch von Botschaftern
Nach mehr als 50 Jahren Funkstille und Feindseligkeit soll zwischen Havanna und Washington Normalität einkehren. Obama spricht von einer Hand der Freundschaft. Doch für ein Ende des Handelsembargos braucht er den Kongress.

Die USA und Kuba haben offiziell ihre Verhandlungen über eine Verbesserung ihrer Beziehungen aufgenommen. Delegationen beider Länder kamen am Mittwoch zu einem ersten Treffen in Havanna zusammen. Themen der zweitägigen Gespräche sind die Migration und die Wiederaufnahme voller diplomatischen Beziehungen nach mehr als 50 Jahren Eiszeit.


US-Präsident Barack Obama hatte in seiner Rede zur Lage der Nation erklärt, jetzt sei Gelegenheit, dem kubanischen Volk "die Hand der Freundschaft" zu reichen. Die Staatssekretärin im US-Außenministerium, Roberta Jacobson, führt die US-Delegation in Kuba an. Es sind die ranghöchsten Gespräche zwischen beiden Seiten seit Jahrzehnten.

Mitte Dezember hatten US-Präsident Barack Obama und Kubas kommunistischer Staats- und Parteichef Raúl Castro eine Normalisierung der Beziehungen angekündigt. In seiner Rede am Dienstag verteidigte Obama seinen Politikwechsel gegenüber Kuba. Er warb um Unterstützung für ein Ende des Handelsembargos.

Dafür ist eine Zustimmung des Kongresses notwendig. Die Republikaner haben in beiden Kammern eine Mehrheit. "Was wir 50 Jahre lang versucht haben, hat nicht funktioniert. Jetzt ist es Zeit, etwas Neues zu versuchen", sagte Obama.

Die USA unterhalten in Havanna nur eine ständige Vertretung unter der diplomatischen Schutzmacht der Schweiz. Für die kommenden Monate ist auch ein Besuch von US-Außenminister John Kerry in Havanna geplant.

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