Gesetzliche Rentenversicherung wird 125 Jahre alt

Gesetzliche Rentenversicherung wird 125 Jahre alt
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die zentrale Bedeutung der Rentenversicherung für den sozialen Zusammenhalt hervorgehoben.

Jede Regierung sei gut beraten, in der Rentenpolitik den parteiübergreifenden Konsens zu suchen, sagte Merkel am Dienstag in Berlin beim Festakt zur Erinnerung an die Einführung der gesetzlichen Rentenversicherung vor 125 Jahren. Merkel würdigte die gesetzliche Rentenversicherung als "Erfolgsgeschichte". Zugleich sei die Einführung der Riester-Rente 2001 ein richtiger und wegweisender Schritt gewesen, betonte die Kanzlerin. Die Altersvorsorge sei künftig nur durch eine Mischung von gesetzlicher Rente, Betriebsrenten und privater Vorsorge zu leisten.

Gegenwärtig befinde sich die Rentenversicherung in "bemerkenswert guter Verfassung", sagte Merkel. Zum kommenden Jahr könnten deshalb die Beiträge um 0,2 Prozentpunkte auf 18,7 Prozent gesenkt und die Beitragszahler um zwei Milliarden Euro entlastet werden. Merkel verteidigte das Rentenpaket der Koalition und die Rente mit 67. Sie hob hervor, dass die Zahl der über 60-jährigen Berufstätigen seit 2000 um 1,2 Millionen auf 1,9 Millionen gestiegen ist. Sie forderte die Wirtschaft auf, sich auf ältere Arbeitnehmer einzustellen.

Im Jahr 1889 hatte der Reichstag als letztes der Bismarckschen Sozialgesetze das "Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetz" verabschiedet. Das war die Geburtsstunde der gesetzlichen Rentenversicherung, in der heute rund 52 Millionen Menschen versichert sind. 1883 waren bereits die Kranken- und 1884 die Unfallversicherung eingeführt worden. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurden die DDR-Bürger in die Rentenversicherung einbezogen. 90 Prozent der Bevölkerung haben Anspruch auf eine gesetzliche Rente. Die Zahl der Rentner und Rentnerinnen liegt gegenwärtig bei 20,5 Millionen.

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