Friedensgespräche für Syrien gefordert

Friedensgespräche für Syrien gefordert
Über neue Initiativen für das Bürgerkriegsland Syrien beraten 120 Entwicklungsorganisationen zurzeit in Berlin. Die Aktivisten beklagen auch mangelnde Spendenbereitschaft in Deutschland.

Mit Blick auf die Syrien-Konferenz an diesem Dienstag in Berlin haben Entwicklungsorganisationen neue Anstrengungen für Friedensgespräche gefordert. Notwendig seien ein «politischer Schulterschluss» und neue Initiativen für Frieden in der Region, sagte Mathias Mogge, Programmvorstand der Deutschen Welthungerhilfe. Mogge ist auch Vorstandsmitglied des Verbands Entwicklungspolitik (Venro), der 120 private und kirchliche Organisationen repräsentiert. Die Nachbarländer Jordanien, Libanon und die Türkei stießen bei der Aufnahme von Flüchtlingen zunehmend an ihre Grenzen, erklärte er. Deshalb sollte die internationale Hilfe deutlich aufgestockt werden. Summen nannte Mogge nicht.

«Bei der Finanzierung von Projekten brauchen wir mehr Zuverlässigkeit und Flexibilität», unterstrich Mogge. Oft gebe es Zusagen lediglich für auf wenige Monate begrenzte Programme. Notwendig sei aber eine mehrjährige Planungssicherheit. Als Beispiel verwies Welthungerhilfe-Regionaldirektor Ton van Zutphen auf Schulprojekte für syrische Kinder, die auf mindestens vier Jahre angelegt sein müssten. Zugleich müssten mehr Staaten bereit sein, syrische Flüchtlinge aufzunehmen. Das gelte vor allem für benachbarte Länder wie Saudi-Arabien.

Venro beklagte auch eine mangelnde Spendenbereitschaft in Deutschland für syrische Flüchtlinge. Das Aufkommen sei sehr gering, sagte Mogge. Bei Naturkatastrophen seien die Menschen eher zu Spenden bereit. Ein Grund für die Zurückhaltung ist aus seiner Sicht die Tatsache, dass der Syrien-Konflikt von Menschen verursacht wurde.

Am Dienstag kommen in Berlin Vertreter von 40 Staaten und internationalen Organisationen zu einer Syrien-Flüchtlingskonferenz zusammen. Das Treffen erfolgt auf Einladung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und UN-Flüchtlingshochkommissar Antonio Guterres.

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