Diakonie fordert besseren Umgang mit Flüchtlingen

Diakonie fordert besseren Umgang mit Flüchtlingen
Die Diakonie und das kirchliche Hilfswerk "Brot für die Welt" fordern einen menschlicheren Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland, in Europa und weltweit.

Die Aufnahme von Flüchtlingen müsse als dauerhafte Aufgabe angesehen werden, heißt es in einer Erklärung, die am Donnerstag zum Abschluss der Bundeskonferenz Diakonie und Entwicklung in Bremen einstimmig verabschiedet wurde. "Wir brauchen ein Konzept, das nicht die Rückkehrbereitschaft, sondern die Eingliederung der Flüchtlinge sowie ihre soziale Teilhabe als zentrales Ziel definiert", sagte die Vorsitzende der Konferenz, Angelika Weigt-Blätgen.

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Europa muss nach Auffassung der Konferenz deutlich mehr Flüchtlinge aus Jordanien und dem Libanon aufnehmen. Das italienische Rettungsprogramm "Mare Nostrum" für Bootsflüchtlinge im Mittelmeer müsse auf europäischer Ebene fortgeführt und finanziert werden. Außerdem sprachen sich die mehr als hundert Delegierten für eine neue Regelung bei den Asylanträgen aus: Flüchtlinge sollten ihren Antrag künftig in dem Land stellen dürfen, in dem bereits familiäre, kulturelle und soziale Kontakte bestehen.

Die Konferenz empfiehlt überdies, Flüchtlinge in Deutschland in Wohnungen unterzubringen und nicht in Gemeinschaftsunterkünften. Zugleich wiesen die Delegierten darauf hin, dass Deutschland zum Beispiel durch Rüstungsexporte in akute Bürgerkriegs- und Konfliktgebiete eine Mitverantwortung für die Flucht vieler Menschen trage: "Ursachenbekämpfung wirkt nur langfristig. Deutschland und die Europäische Union müssen sich darauf einstellen, dass es der Normalfall bleibt, dass Flüchtende bei uns Schutz und eine sichere Bleibe suchen."

Die Konferenz ist das höchste beschlussfassende Gremium des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung. Es kommt einmal im Jahr zusammen. Die Konferenz beschließt über allgemeine Grundsätze der diakonischen Arbeit sowie der Entwicklungsarbeit und der humanitären Hilfe. Unter dem Dach des Werkes arbeiten die Diakonie Deutschland und das Hilfswerk "Brot für die Welt".