Bund, Länder und Kirchen wollen Heimkinder-Fonds aufstocken

Bund, Länder und Kirchen wollen Heimkinder-Fonds aufstocken
Der Hilfsfonds für frühere Heimkinder soll in Kürze aufgestockt werden.

Bund, Länder und Kirchen hätten ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, mehr Geld in den Fonds "Heimkinder West" zu zahlen, sagte eine Sprecherin des Bundesfamilienministeriums der Koblenzer "Rhein-Zeitung" (Montagsausgabe). Die Details würden derzeit abgestimmt. Mit einer Einigung ist dem Bericht zufolge in den kommenden zwei Wochen zu rechnen. Der Fonds umfasst bisher 120 Millionen Euro für individuelle Hilfen und Rentennachzahlungen.

Laut Ministerium flossen daraus bereits knapp 75 Millionen Euro an rund 9.200 Betroffene, auf der Warteliste stünden jedoch noch über 5.200 weitere Opfer. Deshalb sei damit zu rechnen, dass das vorhandene Geld nicht ausreiche. Die Meldefrist für Betroffene endet mit Ablauf dieses Jahres, Geld fließt dann noch bis Ende 2016.

Der Hilfsfonds wird je zu einem Drittel von Kirchen, Bund und Ländern finanziert. Er soll ehemaligen Heimkindern zugutekommen, die körperliche, seelische und sexuelle Gewalt erlitten haben. Zwischen 1945 und 1975 lebten nach Angaben des Runden Tisches Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland 700.000 bis 800.000 Kinder und Jugendliche in staatlichen oder kirchlichen Heimen. Viele von ihnen wurden misshandelt.

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