Ein Drittel der Deutschen will keine Sinti und Roma als Nachbarn

Ein Drittel der Deutschen will keine Sinti und Roma als Nachbarn
Sinti und Roma gehören laut einer Studie zu der unbeliebtesten Minderheit in Deutschland.

Rund ein Drittel aller Deutschen empfindet eine direkte Nachbarschaft mit Sinti und Roma als "eher oder sehr unangenehm", wie eine am Mittwoch in Berlin vorgestellte Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ergab. Die Hälfte der Befragten gab an, dass Sinti und Roma durch ihr Verhalten Feindseligkeiten in der Bevölkerung hervorrufen würden. Jeder Zweite hält zudem Einreisebeschränkungen für angemessen.

###mehr-artikel###

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, hält die Befunde der Untersuchung für dramatisch. Sie regte deshalb an, die Partizipation von Sinti und Roma zu erhöhen. Dies könne etwa über eine Teilhabe in den Rundfunkräten gewährleistet werden. Außerdem schlug sie eine entsprechende Arbeitsgruppe in der Kultusministerkonferenz vor. Die Gründung einer speziellen Bildungsakadamie, die von Bund und Ländern getragen wird, könne für einen gerechten Zugang zur Bildung sorgen.

Für die repräsentative Studie "Zwischen Gleichgültigkeit und Ablehnung - Bevölkerungseinstellungen gegenüber Sinti und Roma" wurden rund 2.000 Menschen befragt. Die quantitativen Ergebnisse wurden vom Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin und dem Institut für Vorurteils- und Konfliktforschung bearbeitet.