"Luther" aus 2.000 Kehlen

"Martin Luthers Cantorei im Hause"

Foto: akg-images

Gesang zum Reformationsjubiläum - das hätte Martin Luther gewiss gefallen. Schließlich hat er selbst einige deutsche Kirchenlieder geschrieben. Das Bild "Martin Luthers Cantorei im Hause" ist eine Radierung aus dem Jahr 1847 von Gustav König.

"Luther" aus 2.000 Kehlen
Ein Pop-Oratorium über Martin Luther wird 2015 in Dortmund uraufgeführt
Der Reformator Martin Luther sang gern und gut. Jetzt wird er Star eines Pop-Oratoriums: Mehrere Tausend Sänger sollen das Kirchen-Großprojekt auf die Bühne bringen. Premiere ist am Reformationstag 2015 in Dortmund.

Martin Luther mochte Gesang. Er schrieb selbst zahlreiche Lieder, die bis heute in evangelischen Gottesdiensten Klassiker sind ("Ein feste Burg ist unser Gott", "Christ ist erstanden"). Der Reformator wollte die Gemeinde zum Singen bringen - auf deutsch. Dass es knapp 500 Jahre später ein modernes Oratorium über sein Leben geben würde, das hätte Luther wohl gefreut und zum Staunen gebracht.

Mehr als 2.000 Sänger werden das Pop-Oratorium "Luther" gemeinsam mit einem Symphonieorchester, einer Band und weiteren Darstellern präsentieren. Am Reformationstag 2015 feiert das Musikstück in den Dortmunder Westfalenhallen Premiere. Die Aufführung ist der Auftakt zu einer Tournee, die im Luther- und Reformationsjahr 2017 folgen wird und die durch neun deutsche Städte führen wird. Die Musik für "Luther" komponierte Dieter Falk, die Texte hat Michael Kunze geschrieben. Die beiden haben bereits für das Großprojekt "Die 10 Gebote" zusammengearbeitet, das im Jahr 2010 Premiere hatte.

Mitsingen erwünscht - egal wo

Das Oratorium werde Luthers Leben in einer Vielzahl einzelner Szenen darstellen, erläuterte Falk am Montag in Dortmund. "Dabei werden wir auch seine Irrungen und Wirrungen darstellen, auf die Widersprüche in seinem Leben eingehen sowie Gegner und Befürworter zu Wort kommen lassen". Man wolle den Reformator in seiner gesamten Persönlichkeit zeigen: "stark, mutig, aber ebenso kantig und brüchig" - und mit seiner Liebe zur Musik. Auch für die Teilnehmer am Oratorium "Luther" stehe die "Lust am Gesang" im Vordergrund, erklärte Ralf Rathmann vom Vorstand der Stiftung Creative Kirche.

Das Besondere am Luther-Oratorium: Die Sängerinnen und Sänger stehen noch nicht fest. Chöre ab 15 Personen können sich ab sofort dazu anmelden. Die Chorleiter werden an einem gesonderten Wochenende geschult, um dann jeweils mit ihrem Chor zu proben. Auch Einzelteilnehmer können mitwirken: Sie finden sich zu einer gemeinsamen Chorprobe in der Essener Grugahalle ein. Nach der Aufführung sollen die Chöre Songs aus der Luther-Produktion in die Gemeinden, Verbände und Organisationen hineintragen.

Veranstalter des Pop-Oratoriums sind die Stiftung Creative Kirche aus Witten und die Evangelische Kirche von Westfalen. Förderer sind unter anderem die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU) und das NRW-Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport.

Das Pop-Oratorium "Luther" ist Teil der feiern zum Reformationsjubiläum: Im Jahr 2017 erinnert die evangelische Kirche an den 500. Jahrestag des legendären Thesenanschlags Martin Luthers (1483-1546) an der Schlosskirche in Wittenberg. Das Ereignis gilt als Beginn der Reformation.

Video: Markus Bechtold/evangelisch.de