Menschenrechtler beklagen Einsatz von Kindersoldaten im Südsudan

Menschenrechtler beklagen Einsatz von Kindersoldaten im Südsudan
Die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" hat den Konfliktparteien im Südsudan den Einsatz von Kindersoldaten vorgeworfen.

Die Armee schicke Minderjährige in den Kampf gegen die bewaffnete Opposition, kritisierte die Organisation mit Sitz in New York in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Damit werde nationales und internationales Recht verletzt. Die Vorwürfe stützen sich auf Augenzeugen und die Berichte von 12- und 14-jährigen Jungen, die aus der Armee geflüchtet sind.

Der blutige Konflikt im Südsudan zwischen der Regierung von Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Vize Riek Machar begann Mitte Dezember. Mehrere Abkommen zur Waffenruhe wurden seitdem gebrochen. "Human Rights Watch" zufolge hat die Armee auch während der jüngsten Gefechte Mitte August in Bentiu viele Minderjährige eingesetzt. Augenzeugen zufolge wurden Kinder auch von den Rebellen zwangsrekrutiert.

Der Südsudan wurde im Juli 2011 nach einem jahrzehntelangen Krieg vom Sudan unabhängig. Im Dezember 2013 eskalierte der Machtkampf zwischen Präsident Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Machar in einen brutalen ethnischen Konflikt. Infolge der Kämpfe hat sich die Ernährungslage dramatisch verschlechtert. Die Vereinten Nationen und private Hilfsorganisationen warnen vor einer Hungersnot.

 

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