Missionsärztin: Ebola hätte früher bekämpft werden müssen

Ebola in Liberia

Foto: dpa/Ahmed Jallanzo

Eine liberische Krankenschwester misst die Temperatur einer Frau zur Prävention der Ausbreitung von Ebola.

Missionsärztin: Ebola hätte früher bekämpft werden müssen
Die Ebola-Forschung ist nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission (Difäm) viel zu lange vernachlässigt worden.

"Nun brauchte es so eine furchtbare Epidemie, damit jetzt auch mehr öffentliche Gelder zur Verfügung stehen", sagte die Direktorin des Instituts, Gisela Schneider, am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Tübingen. Bereits nach kleineren Epidemien in Uganda und der Demokratischen Republik Kongo in den vergangenen Jahren hätte die Forschung intensiviert und staatlich gefördert werden müssen.

Die derzeitige Ebola-Epidemie in Westafrika breitet sich immer weiter aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich bislang 1.975 Menschen mit dem Virus angesteckt, 1.069 sind daran gestorben. Schwerpunktländer sind Guinea, Liberia und Sierra Leone. Es ist die schlimmste Epidemie seit Entdeckung des Virus 1976.

Difäm-Direktorin Schneider schätzt, dass langfristig ein Impfstoff gegen Ebola die wichtigste Waffe gegen die tödliche Krankheit sein wird. Sie gehe aber nicht davon aus, dass bereits in der gegenwärtigen Situation ein zu entwickelnder Impfstoff einsatzfähig sein werde. Dazu müssten erst noch viele Studien unternommen werden. Derzeit gibt es keine an Menschen getesteten und zugelassenen Medikamente und Impfstoffe gegen Ebola. Die WHO empfahl deshalb Anfang der Woche den Einsatz experimenteller Präparate.

Schneider hält diese Entscheidung angesichts der dramatischen Situation in Westafrika für gerechtfertigt. Das dürfe aber nur unter strengen Auflagen geschehen. Die Patienten müssten genau aufgeklärt werden, der Behandlung freiwillig zustimmen und medizinisch sehr gut überwacht werden. In der Breite kämen diese neuen Medikamente ohnehin nicht zum Einsatz - hier habe nach wie vor die Identifizierung der Kranken und ihre Isolation Priorität.

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