Antidiskriminierungsstelle rügt Intoleranz gegenüber muslimischem Schützenkönig

Antidiskriminierungsstelle rügt Intoleranz gegenüber muslimischem Schützenkönig
In den Streit um einen muslimischen Schützenkönig in einem katholischen Schützenverein hat sich die Antidiskriminierungstelle des Bundes eingeschaltet. Die Leiterin Christine Lüders sagt: "Mithat Gedik muss Schützenkönig bleiben."

Die Ablehnung des muslimischen Schützenkönigs durch den katholischen Dachverband Bund Historischer Deutscher Schützenbruderschaften (BHDS) sei eine "intolerante und diskriminierende Haltung", kritisiert die Leiterin der Berliner Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders, in einem am Dienstag versendeten Brief an den BHDS, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt: "Ich sehe nicht den geringsten Anlass dazu, in einem christlichen Verband wie Ihrem keine muslimischen Schützen zu dulden."

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle rief den Dachverband in Leverkusen auf, der Aufgabe der Integration der Schützenvereine gerecht zu werden. Jetzt sei es an der Zeit, ein deutliches Signal für Integration und gegen Diskriminierung auszusenden, fordert Lüders in dem Brief an den Bundesgeschäftsführer des Vereins: "Mithat Gedik muss Schützenkönig bleiben - und er sollte nicht der letzte, sondern der erste von vielen weiteren muslimischen Schützenkönigen in Ihrem Verband sein."

Der türkischstämmige Mithat Gedik hatte am 18. Juli das Wettschießen seines Werler Vereins gewonnen. Der Dachverband BHDS untersagte dem Schützenkönig jedoch die Teilnahme am Bezirksschützenfest. Der Verband sei ausdrücklich als katholischer Verband von der Erzdiözese Köln anerkannt und nehme laut Satzung nur Mitglieder christlichen Glaubens auf, begründete der Dachverband den Schritt. Ein Muslim hätte daher nicht aufgenommen werden dürfen. Der Verein des Schützenkönigs stellte sich laut Medienberichten hingegen hinter seinen muslimischen Schützen.

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