Bischöfin Fehrs für die Bundesversammlung nominiert

Bischöfin Fehrs für die Bundesversammlung nominiert
Bischöfin Kirsten Fehrs (50) ist von der SPD als Mitglied der Hamburger Delegation für die Wahl des Bundespräsidenten nominiert worden. Auch die Landtage von Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wählten am Dienstag die Delegierten für die Bundesversammlung, die am 18. März zur Wahl des neuen Bundespräsidenten zusammentritt.

Die Hamburger Bischöfin Fehrs bezeichnete es als "bürgerliche Ehrenpflicht", ihren Beitrag zur Wahl des Bundespräsidenten zu leisten. Der von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen nominierte Joachim Gauck sei "überparteilich anerkannt und respektiert". Die gleichzeitige Nominierung von Katajun Amirpur sende "ein wichtiges interreligiöses Signal aus Hamburg in die Bundesversammlung".

Ein Bundespräsident "auch für Muslime"

Bei der Bundespräsidentenwahl 2010 hatte die mitteldeutsche Bischöfin Ilse Junkermann nach Kritik aus FDP und Union ihre Bereitschaft widerrufen, als Wahlfrau an der Bundesversammlung teilzunehmen. Sie war von der SPD Sachen-Anhalt nominiert worden. "Ich werde an der Bundesversammlung nicht teilnehmen, um die Freiheit des Bischofsamtes unserer evangelischen Kirche gegenüber allen gesellschaftlichen Gruppen nicht zu gefährden", sagte Junkermann damals.

Die von der SPD in Hamburg nominierte Islamprofessorin Katajun Amirpur (40) sagte, Gauck könne "ein Bundespräsident für alle" werden, "auch für die Muslime in Deutschland". In der "muslimischen Community" hätten zwar manche mit Skepsis auf seine Nominierung reagiert. Doch sie sei überzeugt, dass Gauck gerade als Bürgerrechtler für die Gleichberechtigung aller stehen und sich gegen Diskriminierung und gegen Vorurteile zur Wehr setzen werde.

Hessen nominiert 45 Wahlleute

Unter den 45 Wahlleuten, die der hessische Landtag nominierte, befindet sich die frühere FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher. Die 90-jährige Liberale, die von den Grünen vorgeschlagen wurde, war bei der Bundespräsidentenwahl 1994 Kandidatin der FDP für das Amt des Bundespräsidenten. Nachdem sie im ersten Wahlgang 132 und im zweiten Wahlgang 126 Stimmen erhalten hatte, trat sie im entscheidenden dritten Wahlgang auf Anraten der FDP-Spitze nicht mehr an.

Auf Vorschlag der hessischen FDP nimmt an der Bundesversammlung der nordhessische Unternehmer Ludwig Georg Braun teil, der der Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck angehört. Die hessische Linke entsendet den Marburger Sozialethiker Franz Segbers, der früher Referent für Ethik und Sozialpolitik im Diakonischen Werk in Hessen und Nassau war.

Frauenrechtlerin Alice Schwarzer aus NRW dabei

Prominenz aus Kultur, Sport, Gesellschaft und Bildung findet sich unter den 133 nordrhein-westfälischen Delegierten für die Bundesversammlung. Auf Vorschlag der CDU im Düsseldorfer Landtag fahren neben anderen die Frauenrechtlerin und Publizistin Alice Schwarzer sowie Gaby Hagmans vom Sozialdienst Katholischer Frauen zur Bundesversammlung.

Als Nachfolger für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff haben CDU, SPD, FDP und Grüne gemeinsam den früheren Bürgerrechtler und evangelischen Pfarrer Joachim Gauck nominiert. Die Linke schickt Beate Klarsfeld ins Rennen, die als Nazi-Jägerin bekannt wurde.

epd