Für Lena und Europa: Freiwillige beim Song Contest

Für Lena und Europa: Freiwillige beim Song Contest
Kein Geld, aber das Flair der weltgrößten Musikshow: So hat die ARD um Helfer für den Eurovision Song Contest geworben. Mit Erfolg. 548 Freiwillige trafen sich in Düsseldorf. Es ist eine bunte Gruppe.
18.04.2011
Von Michael Kieffer

Eine Studentin, die Spaß an internationalem Flair hat. Eine Mutter, deren Kinder fast groß sind und die jetzt etwas ganz Neues machen will. Oder ein 52-Jähriger, der schon als kleiner Junge vom Eurovision Song Contest begeistert war. Insgesamt 548 Freiwillige sollen mithelfen, damit Deutschland im Mai beim Grand Prix in guter Erinnerung bleibt.

"Ihr seid total unverzichtbar"

Vorjahressiegerin Lena Meyer-Landrut sagt es so: "Ihr seid diejenigen, die... äh... total unverzichtbar sind, seid... äh." Per Videobotschaft begrüßte die 19-Jährige am Sonntag die sogenannten Volunteers bei deren erstem Treffen in Düsseldorf.

In einem Zelt neben der Arena, in der Lena beim Finale in knapp vier Wochen mit ihrem Lied "Taken By A Stranger" auf der Bühne stehen wird, sitzen sogar etwas mehr als die ursprünglich 500 gesuchten Freiwilligen. 60 Prozent von ihnen sind Frauen, 40 Prozent Männer. Die Jüngsten sind 18 Jahre alt, der Älteste ist 72.

Sie sollen die Delegationen der 43 teilnehmenden Nationen, die mehr als 35 000 Live-Zuschauer der Show oder rund 2500 anreisende Journalisten betreuen. "May I help you?", steht denn auch auf der knallroten Dienstkleidung der Helfer: "Darf ich Ihnen helfen?"

Kein Geld, aber "einzigartiges Flair der größten Musikshow"

Die 24-jährige Christine wird die Delegation aus San Marino betreuen. "Ich wusste gar nicht, dass die teilnehmen", gesteht die Studentin. Dass sie für die Vertreter des Kleinstaates ausgewählt wurde, ist aber kein Zufall. Sie hat ein Auslandssemester in Mailand verbracht und spricht Italienisch.

Wegen seiner Sprachkenntnisse ist der 25-Jährige Georgios für die Betreuung Zyperns zuständig. "Mit dem Land habe ich bisher eigentlich gar nichts zu tun", sagt Georgios, dessen Familie aus Griechenland stammt. Den zypriotischen Beitrag zum Song Contest kann er aber schon fast mitsingen: "Wie einen Engel habe ich Dich geliebt", lautet der Text, wie er erzählt.

"Eine Bezahlung können wir nicht bieten, dafür aber das einzigartige Flair der größten Musikshow der Welt", hatte es Mitte Januar geheißen, als der zuständige Norddeutsche Rundfunk (NDR) mit seiner Suche nach Helfern an die Öffentlichkeit gegangen war.

"Ihr repräsentiert uns, die ARD, und auch Deutschland"

Von dieser Stimmung einer internationalen Großveranstaltung ließ sich die 46-jährige Anette Kappmeyer locken. Ihre 15 und 17 Jahre alten Kinder brauchten sie nicht mehr ständig, erzählt sie. Deshalb wolle sie einfach mal etwas Neues ausprobieren. Ihre ersten Eindrücke vom Song Contest hat Anette Kappmeyer bereits in einer SMS an eine Freundin festgehalten.

Für Jörg ist der Grand Prix ein Teil seines Lebens. Der 52-Jährige, der sich wie die meisten hier nur mit seinem Vornamen vorstellt, war als Zuschauer bereits beim Song Contest 1983 in München dabei. Jetzt will der Fan die Musikshow als Helfer erleben. Zwei Wochen hat sich der Beamte - er arbeitet bei einer internationalen Organisation in Paris - dafür freigenommen.

Mit Vorschusslorbeeren halten die Fernsehleute die Freiwilligen bei Laune. "Ihr seid das Aushängeschild dieser Veranstaltung. Ihr repräsentiert uns, die ARD, und auch Deutschland", sagt ESC-Projektleiter Ralf Quibeldey. Und Lena sagt in ihrer Videobotschaft: "Ihr macht einen riesengroßen Job, Ihr bringt das Ganze zum Laufen." Als Lohn für ihre Arbeit hoffen manche Helfer, auch mal die echte Lena kennenzulernen.

dpa