Präses Oelschläger fordert den Ausstieg aus der Kernenergie

Präses Oelschläger fordert den Ausstieg aus der Kernenergie
"Ich stehe hier als Christ und engagierter Repräsentant der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, dem es um die Einhaltung ethischer Standards geht", sagte Dr. Ulrich Oelschläger, Präses der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), in Worms am 6. Dezember. Anlass war der "Montagsspaziergang – Wormser für den Atomausstieg", zu dem die BUND-Kreisgruppe Worms aufgerufen hatte.
06.12.2010
Rita Deschner

Kritik an der Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke

In seiner Rede kritisierte Oelschläger die Entscheidung der schwarz-gelben Koalition, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern. Er erinnerte daran, dass der Mensch laut biblischem Auftrag verantwortungsvoll mit der Natur umgehen solle. Er betonte: "Deshalb dürfen wir nicht mit dem Feuer spielen, indem wir uns einer risikoreichen Technologie aussetzen!"

Klimaschutz der kleinen Schritte

Der Präses thematisierte zudem die Alternativen: "Richtig ist es, auf erneuerbare Energien zu setzen. Das wollen alle. Aber dann tut es auch."

Dabei appellierte er an jeden einzelnen, durch Verzicht seinen Beitrag zu leisten und erinnerte an die Klimaschutz-Kampagnen der Kirche. "Wir könnten zum Beispiel auch darauf verzichten, zu Weihnachten Erdbeeren zu kaufen." Außerdem rufen die Kirchen in Rheinhessen während der Fastenzeit dazu auf, das Auto stehen zu lassen. Weiterhin fördere die EKHN die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf kirchlichen Gebäuden. Schließlich erinnerte er an die diesjährige 53. Aktion "Brot für die Welt", die sich auch dem Klimaschutz widmet, denn die veränderten klimatischen Bedingungen haben die Ernährungslage der ärmeren Völker massiv verschlechtert. Mit deutlichen Worten schloss Oelschläger seine Rede: "Es wird Zeit etwas zu tun, fangen wir mit dem Ausstieg aus der Kernenergie an!"

Nach der Begrüßung um 17.30 Uhr am Hauptbahnhof führte der politisch motivierte Spaziergang durch die Stadt über den Weihnachtsmarkt zum Winzerbrunnen, um schließlich auf dem Ludwigsplatz zu enden.  

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