Gorleben: Kirchengemeinde klagt ihre Salzrechte ein

Zwar braucht die evangelische Kirchengemeinde in Gartow kein Salz, aber theoretisch könnte sie welches abbauen. Direkt neben dem Erkundungsbergwerk bei Gorleben liegt das elf Hektar große dreieckige Waldstück der Gemeinde. Sie hat gegen die Erkundung des Bergwerks für ein Atommüll-Endlager geklagt.

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Verkaufen? Nein! Geld zählt für die evangelische Kirchengemeinde in diesem Falle nicht. Das Waldgrundstück ist "nicht groß, aber tief", sagt Pfarrer Eckhard Kruse, denn nach unten reicht es bis zum Erdmittelpunkt (Grafik: Greenpeace). Das ist von Bedeutung, weil die Kirchengemeinde damit auch Rechte an dem Salzvorkommen in der Erde hat. Sie möchte nicht, dass ihr diese Rechte durch die Erkundung des Bergwerkes weggenommen werden.

Vier weitere Kirchengemeinden in der Gegend um Gorleben haben ebenfalls Grundstücke mit solchen Rechten, sie sind aber bisher nicht so weit gegangen wie Gartow: Die Gemeinde hat zusammen mit anderen Grundstücksbesitzern gegen das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie geklagt. Daraufhin wurden die Erkundungsarbeiten im Salzstock Gorleben vorübergehend gestoppt. Am Dienstag hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover allerdings den Sofortvollzug angeordnet - der Salzstock darf also weiter erkundet werden. Dagegen will die Gemeinde vorgehen, sagte ihr Anwalt Nikolaus Piontek am Mittwoch dem epd. Pfarrer und Kirchenvorstand haben den Eindruck, dass hier nicht nur das Gestein erkundet, sondern bereits ein Endlager gebaut wird. Sie verlangen mehr Informationen, Bürgerbeteiligung und ein faires Verfahren.

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