Neuer chinesischer Bischof ohne Zustimmung aus Rom

Neuer chinesischer Bischof ohne Zustimmung aus Rom
Die staatlich kontrollierte katholische Kirche in China hat einen Weihbischof der vatikantreuen Untergrundkirche zum neuen Oberhaupt der Diözese Baoding in der Provinz Hebei gemacht.

Nach Angaben des katholischen Nachrichtendienstes Asianews folgten dem Bischof Franziskus An Shuxin 15 der 120 Priester der Untergrundkirche des Bistums in die staatlich kontrollierte "Patriotische Vereinigung". An hatte den Wechsel den Angaben zufolge im Oktober nach zehn Jahren Haft vollzogen. Aus Protest gegen den Übertritt des langjährigen Weihbischofs hätten nur wenige Katholiken an der Messe zur Einsetzung des neuen Bischofs teilgenommen. Der von Rom anerkannte Untergrundbischof von Baoding, Jakob Su Zhimin, befindet sich seit 1997 in Haft.

Die katholische Kirche in China zählt Schätzungen zufolge 15 Millionen Mitglieder. Fünf Millionen Christen gehören der Patriotischen Vereinigung an. Der Vatikan erkannte inzwischen einen Teil der Bischöfe der staatlichen Kirche an, manchmal erfolgt die Einsetzung mit Zustimmung. Papst Benedikt XVI. hatte die Katholiken in einem Schreiben 2007 zur Einheit aufgerufen.

15 Millionen Katholiken

Priester und Bischöfe der Untergrundkirche müssen immer wieder mit Schikanen und Verfolgung rechnen. Für den Vatikan bleiben Ernennungen ohne päpstliche Zustimmung weiterhin ungültig. Gleichzeitig strebt der Vatikan nach einer Verbesserung der Beziehungen zu Peking. Über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit China wird verhandelt. Auch die protestantischen Christen sind eine offizielle Kirche unter staatlicher Aufsicht und Hauskirchen gespalten, deren Pastoren mit Festnahmen rechnen müssen.

epd