Ver.di fordert Streikrecht in der Diakonie

Ver.di fordert Streikrecht in der Diakonie
Mit einem bundesweiten "Aktionstag Diakonie" hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am erneut eine bessere Bezahlung und ein Streikrecht in der Diakonie gefordert.

In Bielefeld diskutierten Gewerkschafter und Mitarbeitervertreter in der Innenstadt mit Politikern von FDP, Grünen und der Linken. Ver.di hatte Beschäftigte in diakonischen und kirchlichen Einrichtungen dazu aufgerufen, sich am Aktionstag für gute Löhne und normale Arbeitnehmerrechte einzusetzen. Ziel sei, dem Anliegen in Politik und Gesellschaft Gehör zu verschaffen.

Weitere Aktionen waren unter anderem in Hannover, Bremen, Lüdenscheid und Siegen angekündigt. Kirche und Diakonie nutzten den kirchlichen Sonderweg für Vorteile im Wettbewerb, kritisierte Dieter Seifert von ver.di in NRW. Der Vorstandssprecher der Arbeitsgemeinschaft Mitarbeitervertretungen des diakonischen Werkes in Westfalen, Roland Brehm, beklagte, dass den Beschäftigten durch den Sonderweg der Kirche wesentliche Arbeitnehmerrechte vorenthalten würden.

Verhandlungskultur mit festen Regeln

Die diakonischen Arbeitgeber wiesen die Vorwürfe zurück. "Im Branchenvergleich zahlen diakonische Einrichtungen überdurchschnittliche Vergütungen", erklärte der Verband diakonischer Dienstgeber in Berlin. Auch an dem kirchlichen Sonderweg, dem sogenannten "Dritten Weg", wollen die Diakonie-Arbeitgeber festhalten. Dabei werde auf Konsens gesetzt, und nicht auf Konfrontation, die der kirchlichen Dienstgemeinschaft widerspreche. "Deswegen gibt es keine Streiks und Aussperrungen, sondern eine Verhandlungskultur mit festen Regeln", hieß es.

Der sogenannte Dritte Weg für die Tariffindung gilt in fast allen Landeskirchen. Dabei handeln Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einer paritätisch besetzten Kommission die Tarife für die Beschäftigten aus. Kommt keine Einigung zustande, tritt eine Schiedskommission zusammen, deren Spruch verbindlich ist. Das Arbeitsgericht Bielefeld hatte im März Streiks von Beschäftigten bei Kirche und Diakonie für unzulässig erklärt.

epd