Papua-Neu-Was?!

Papua-Neu-Was?!

„Papua-Neuguinea? Auf welchem Kontinent liegt das denn?!“ Das ist immer die erste Frage, wenn Mariela von ihrer Arbeit als Missionarin erzählt. Nein, Papua-Neuguinea liegt nicht in Afrika und Mariela ist auch keine typische Missionarin. „Es ist schwer anderen Menschen zu erklären, dass ich nicht predige und trotzdem Missionarin bin. Ich sage dann immer: Auch wenn ich auf dem Missionsfeld bin – frag mich nicht nach Bekehrungen!“

Eigentlich wollte Mariela Archäologin werden, Dinge erforschen und vor allem eins: Reisen. Doch es kam ganz anders. Das Archäologie-Studium war zu teuer und Gottes Weg führte sie von ihrer Heimat im Norden Argentiniens in den Regenwald von Papua-Neuguinea.

Du musst Englisch lernen, damit du im Regenwald arbeiten kannst

Angefangen hatte alles mit ihrer Abschlussarbeit. Die schrieb Mariela über eine kleine Indianer-Gemeinschaft im Norden Argentiniens. Bei einem Einsatz hatte sie festgestellt, dass die Mocobíes keine Bibelübersetzung in ihrer eigenen Muttersprache hatten – und damit begann für sie die Recherche. Ihre kleine Studie erregte Aufmerksamkeit bei den Sprachwissenschaftlern von SIL (Summer Institut of Linguistics) – und so kam es, dass Mariela schon kurze Zeit später mit einem Fuß in der Bibel-Übersetzungsarbeit stand.

Unzählige Male hat sie seitdem erlebt, wie Gott ihr den Weg ebnete. Eine ihrer größten Hürden war die englische Sprache. Mariela hatte sich immer geweigert, eine neue Sprache zu lernen. Sie sprach doch Spanisch – und damit standen ihr so viele Länder offen. „Aber dann merkte ich, wie ich Gott mit dieser Einstellung Grenzen setzte. Ich überließ es nicht mehr ihm zu entscheiden, wohin mein Weg führen sollte“. Und Gottes Plan für sie war Papua-Neuguinea – nicht Lateinamerika.

Also lernte Mariela Englisch und alles, was sie über Linguistik wissen musste. Als Sprachwissenschaftlerin ist sie nicht gerade eine typische Missionarin. Für viele ist es schwer zu verstehen, dass Marielas Arbeit dazu beiträgt, Menschen für Gott zu erreichen. Denn eine Bibelübersetzung kann schon mal 20 Jahre dauern. Auch wenn ihre Arbeit ungewöhnlich und ihre Ziele langfristig sind: Mariela hat 25 Gemeinden, die sie unterstützen.

Niemals zurück

Seit mehreren Jahren lebt Mariela jetzt schon auf der großen Insel im Pazifik, die niemand kennt. „In Papua-Neuguinea zu leben ist viel schwieriger als ich gedacht hatte“, sagte sie. Ob sie es bereut, ihre Heimat und das Leben, das sie kannte, aufgegeben zu haben? Keineswegs. „Zu sehen, wie Gottes Wort Leben verändert, ist all die Mühe wert“,sagte sie mit strahlenden Augen.

Gott benutzte ihre Leidenschaft fürs Reisen und ihre Neugier und zeigte ihr, wie sie genau das für ihn einsetzen kann.

Heute weiß Mariela, dass sie am richtigen Platz ist und investiert in das Leben von anderen Menschen, indem sie ihnen ermöglicht, Gottes Wort in ihrer eigenen Sprache zu lesen. Auch wenn sie nicht immer unmittelbare Frucht sieht, bereut sie es nicht, diesen Weg gewählt zu haben.

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