Personen

Dorothee Sölle (1929-2003)

Protestantomat - Dorothee Sölle

Illustration: Ingo Römling

Wie kann man nach den Gräueln des Nazireiches noch an Gott glauben? Dorothee Sölle hat eine Theologie entwickelt, in der Gott nicht mehr als allmächtiger "Papa" verstanden wird. Zunächst arbeitete sie als Lehrerin und freie Schriftstellerin. Später wurde sie Professorin für Systematische Theologie – allerdings nicht in Deutschland, wo die Universitäten ihr gegenüber immer skeptisch blieben. Dorothee Sölle hat sich klar politisch engagiert und immer wieder Gegenwind dafür bekomme. Theologie war für sie immer auch politisch. Sie setzte sich für den Feminismus ebenso ein wie gegen Rüstung für eine gerechtere Welt. Darüber hinaus schrieb sie Gedichte und vertrat eine feministische Mystik. Ihr Mann, Fulbert Steffensky, schrieb über sie: "Sie konnte weder von den Frommen noch von den Politischen, weder von den Konservativen noch von den Aufklärern ganz eingefangen werden. Sie erlaubte sich, die jeweils andere zu sein – den Frommen die Politische, den Politischen die Fromme, den Bischöfen die Kirchenstörerin und den Entkirchlichten die Kirchenliebende" (aus: Nachwort zu einem Leben).

 

Dorothee Sölle steht für einen freien, aufgeklärten und widerständigen Geist. Ihre Theologie hat vielen geholfen, die "nach Auschwitz" noch an Gott glauben wollten. Sie kämpfte mit Worten und Taten gegen Unterdrückung jeder Art.

Mehr zu Dorothee Sölle

Eintrag bei Wikipedia

Private Homepage zu Dorothee Sölle

 

Fulbert Steffensky erzählt vom Politischen Nachtgebet.
11.04.2019 - 09:06
Streitlustig - das mussten sie sein: die evangelischen und katholischen TheologInnen, die das Politische Nachtgebet erfanden. Politik in der Kirche wollten die Kirchen in den 1960er Jahren nicht; und viele waren wütend auf die frechen Linken, die den Kirchenraum eroberten.
Wasserwerfer-Einsatz der Polizei gegen Demonstranten auf dem Kurfürstendamm im April 1968 bei Studentenprotesten.
29.07.2018 - 16:25
Die Kirche stand nicht im Fokus der revoltierenden Studenten der 1960er-Jahre. Berührungspunkte gab es dennoch. Zum Beispiel, wenn die Protestierenden den Weihnachtsgottesdienst störten oder Demonstranten ein Kreuz vor sich her trugen.
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