Direkt zum Inhalt
Glaube und Theologie
Lieber Pastor Muchlinsky,
oft stelle ich fest, dass der Glaube von evangelischen Christen sehr stark voneinander abweicht. Nehmen wir auf der einen Seite das "evangelikale" Spektrum, auf der anderen Seite das "liberale". Viele Glaubensüberzeugungen der jeweiligen Seite sind mit denen der anderen schlichtweg nicht kompatibel. Ich persönlich schwanke zwischen den verschiedenen Positionen hin und her und habe häufig den Gedanken "Wenn jener recht hat, dann liegt dieser völlig falsch." Dies treibt mich insbesondere um im Hinblick auf Wunder, Auferstehung, Inspiration der Schrift und Exegese. Die Kirche selbst scheint sich hier nicht klar zu positionieren - wahrscheinlich um niemanden vor den Kopf zu stoßen. Ich habe größte Schwierigkeiten meinen Platz zu finden, da ich immer "zwischen den Stühlen" stehe. Häufig erlebe ich eine schreckliche Ignoranz von evangelikaler Seite, welcher eine schreckliche Überheblichkeit der anderen gegenüber steht. Viele Aussagen von konservativer Seite machen mir nicht nur Angst, sondern erfüllen mich gleichermaßen mit Wut und Abscheu (Homosexualität, Sünde, Frauenbild etc.), Erklärungsmodelle vieler Theologen hingegen beziehen sich oftmals nicht auf die Bibel, sondern scheinen einem säkularen Geist Rechnung zu tragen und scheinbar wichtige biblische Aspekte werden mit einem Lächeln uminterpretiert. Diese Umstände verunsichern mich zutiefst und ich fühle mich dadurch in einem Glaubensdilemma. Haben Sie eine Idee, wie ich dies überwinden kann? Können Sie mir bei meinem Problem helfen?
Herzlichen Dank im Voraus!
Guten Tag, Herr Muchlinsky!
Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, dass Jesus ja nicht nur Gott/Gottes Sohn war/ist, sondern auch Mensch. Und dann habe ich mir überlegt, ob er* auch so banale Dinge getan hat, wie Rülpsen und Furzen? Hat er mit anderen gescherzt und gelacht? In der Bibel finde ich dazu kaum etwas. Ich hoffe, das alles ist jetzt nicht blasphemisch. Aber gehört so etwas nicht auch zum Menschsein dazu?
Und wenn Jesus Mensch war, war er dann auch sexuell? War er hetero, bisexuell, schwul, pansexuell oder asexuell?? Wenn ich an diese Geschichte mit dem "Lieblingsjünger" denke, wäre es für mich zumindest erstmal nicht auszuschließen, darüber nachzudenken, ob Jesus nicht vielleicht doch schwul war? Und welche geschlechtliche Identität hatte Jesus als Gott-Mensch-Person? War Jesus wirklich männlich oder doch eher intersexuell oder einfach gar nichts oder irgendwie alles zusammen? Und warum war er wahrscheinlich das eine und nicht das andere?? Und wie steht die Kirche zu alledem??
Ich freue mich, von Ihnen zu hören!
Viele Grüße
Falk