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Bibel
Hallo Frau Heu,
Je stärker ich mich mit der Bibel beschäftige, umso stärker beginne ich zu zweifeln.
Ich bin evangelisch aufgewachsen und konnte manchmal die Anwesenheit Gottes in den kleinen Dingen spüren manchmal nur ein leichtes "Seuseln" manchmal hat es mir ein Lächeln in das Gesicht gezaubert.
Aber nun wo ich stärker lese, eine Naturwissenschaftliche/Kulturelle Ausbildung hinter mir habe und stärker in der Bibel lese, zweifele ich immer stärker.
Ich halte besonders das alte Testament für sehr schwierig, weil Gott dort direkt in die Geschichte eingreift. Warum sollte Gott ein Volk bevorzugen? (ich weiß ja, dass man die Geschichten in den historischen Kontext einbetten muss, aber ich werde daraus irgendwie nicht schlau)
Weiter im Neuen Testament die Evangelien, die ich sehr verehre weil dort ein humanistisches Menschenbild gezeichnet wird. Nun spricht aber Jesus plötzlich vom Weltuntergang und sagt es werde wie auf der Arche Noah sein. Wenn zwei Menschen auf dem Feld arbeiten wird nur einer mitgenommen.
Also hier wird wieder ein Bild von einem zornigen Gott gezeigt, statt wie sonst gepredigt einem Barmherzigen.
Ich hoffe Sie können nachvollziehen was ich mit all dem meine. Ich bin mir nicht sicher, ob ich meine Frage auf den Punkt gebracht habe, weil sich da noch einiges in mir bewegt.
Vielen Dank!
Hallo Frau Heu,
ich finde meine Frage etwas kompliziert und weiß nicht so recht, wie ich sie in Worte fassen soll. Aber ich will es mal versuchen, weil es mich doch sehr interessiert, wie das mit dem Rabbiner und dem Rabbuni/Rabbi in Zusammenhang mit Jesus genau ist.
In der Bibel lesen wir:
Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister! (Lutherbibel 2017 Johannes 20,14-16)
In den Sach- und Worterklärungen der Lutherbibel 2017 steht unter dem Stichwort Rabbi, Rabbuni folgendes: Zitat: "Rabbi, Rabbuni ("Mein Herr", "mein Meister") Ehrende Anrede an die Schriftgelehrten, die Kenner und Lehrer des Gesetzes.
Ein Rabbiner ist ein jüdischer Geistlicher, der im Synagogengottesdienst aus der Thora vorliest und sie auslegt. Jesus ist mit seinen Jüngern im Land umhergezogen und hat an Hand der Thora den Menschen das Reich Gottes nahe gebracht. Er war also ein Kenner des Gesetzes, ein Schriftgelehrter und für seine Jünger ein Lehrer. Also "Rabbuni". War Jesus gleichzeitig auch ein "Rabbiner"? Ich weiß nicht so recht! Für die Menschen jüdischen Glaubens war Jesus ein Prophet, für uns Christen ist er der Sohn Gottes.
Ein ziemliches Wirrwarr ist das. für mein Empfinden, da in meinem Kopf. Können Sie das Ganze irgendwie für mich in einen geordneten Rahmen fassen? Das würde mich sehr freuen. Ich bin gespannt auf Ihre Antwort.
Herzliche Grüße
Susanne
Hallo, Herr Muchlinsky,
ich bin mir unsicher ob man das AT zu Fragen über das christliche Leben und Denken und in Diskussionen wie wir als Christen leben sollten, heranziehen kann oder ob es da besser wäre das NT mehr zu gewichten. Dient uns das AT nur zum Geschichten erzählen und zum Verständnis für das NT?
Ich meine Jesus hat etwas dazu gesagt, wie die Lehren oder Gesetze aus dem AT im Vergleich zu seinen Aussagen stehen. Soweit ich weiß, revidiert er das AT nicht, aber vielleicht hat er es erneuert?!
Mir fallen dazu folgende plakative Aussagen ein: "Auge um Auge, Zahn um Zahn" und "Schlägst du mich auf die linke Wange, halte ich dir die rechte hin!"
Daneben hat sich durch Jesus wohl das Gottesbild von einem strafenden und gerechten in einen liebenden und gnädigen Gott gewandelt?!
Ich hoffe meine Gedanken sind relativ verständlich und ich bedanke mich sehr für Ihre Zeit und diese Möglichkeit!!!
Freundliche Grüße
Esther*
P.S. Ich möchte mich bei Ihnen ganz herzlich bedanken, dass Sie diese Seite unterstützen. Ich konnte mich u.a. so langsam wieder mit meinem Glauben beschäftigen, nachdem ich mich aufgrund schwerer Lebenslagen distanziert habe. Außerdem möchte ich Ihnen sehr anerkennen, dass Sie und Ihre Kollegin hier wirklich Kraft und Gelassenheit beweisen, wenn andere Menschen hier z.T. meines Erachtens nach frech einfach Sachverhalte unterstellen oder unhöflich schreiben. Also vielen Dank für diese Internetseite!