Andreas Roloff
Uraltbäume als Nationalerbe
Mehr Ehrfurcht vor Baumveteranen!
Herr Roloff, wenn Sie einen Baum zum Nationalerbe erklären, sind oft Zuschauer dabei, und oft fließen Tränen. Was rührt die Menschen so?
Andreas Roloff: Die Zuschauer sind fast alle Laien, und was ich ihnen über alte Bäume erzähle, haben sie so noch nie gehört. Ich erläutere die Körpersprache der Bäume, ihre Wülste, Risse, Beulen, Gabelungen, wir Fachleute sprechen von Zwieseln. Ich berichte von der faszinierenden Fähigkeit dieser Pflanzen, viele Hundert Jahre zu überleben, und was sie in dieser Zeit erlebt haben. Wenn die Leute Fotos sehen, sagen sie: "Wow, toll, wie schön." Aber wenn sie vor einem echten Baumveteranen stehen und begreifen, dass das kein Stück Holz in der Landschaft ist, sondern ein Lebewesen mit einer so langen Geschichte, ist jeder ergriffen.

