Theologe: Katholische Kirche muss "alte Zöpfe abschneiden"

Theologe: Katholische Kirche muss "alte Zöpfe abschneiden"

Der Propst der katholischen Kirche in Hannover, Martin Tenge, sieht seine Kirche angesichts der Missbrauchs- und Finanzskandale vor großen Umbrüchen und Veränderungen. "Wir sind aktuell alles andere als ein Erfolgsunternehmen. Der Frust auf die katholische Kirche ist enorm groß - und das an vielen Stellen völlig zu Recht", sagte Tenge der hannoverschen "Neuen Presse" (Samstag). "Da ist erst einmal Demut angesagt. Wir müssen alte Zöpfe abschneiden." Frauen müssten in verantwortliche Positionen gebracht werden. Auch über die Öffnung des Weiheamtes für Frauen müsse nachgedacht werden.

Viele Menschen hätten das Gefühl, "dass wir Strukturen haben, die an den Menschen vorbeilaufen", sagte der Propst, der zum 1. September ins Bistum nach Hildesheim wechselt und dort Personalchef wird. Auch angesichts des enormen Priestermangels werde die katholische Kirche sich anders aufstellen müssen: "Die Ehrenamtlichen sind die Träger der Gemeinde - und die Priester haben die Aufgabe, ihnen zu helfen. Nicht umgekehrt."

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