Knecht Ruprecht & Co. - die etwas unheimlichen Begleiter

Jeden Tag erklären wir in der Adventszeit einen Begriff rund um die besinnlichen Tage. Diesmal geht es um Knecht Ruprecht und die weiteren - netten und weniger netten - Begleiter des heiligen Nikolaus.

Im deutschen Sprachraum gibt es mehrere Typen von Nikolausbegleitern. In Nord- und Mitteldeutschland ist vor allem Knecht Ruprecht verbreitet, in Norddeutschland darüber hinaus Beelzebub, im Rheinland Hans Muff, im Alpenland Krampus und andere.  Alle Figuren sind wild aussehende Gegenbilder zum guten Nikolaus, die ihm zur Seite gestellt wurden. Manchmal auch mit Fell und Hörnern ausgestattet, sind sie eigentlich nichts weiter als Helfer und Geschenkträger.

Die große Kiepe, ein aus Weidenruten geflochtener Korb, war allerdings nicht immer für frohe Gaben bestimmt. Allgemein wird die Figur des kleinen Teufels oder wilden Gesellen auf den sogenannten Kinderschreck zurückgeführt, mit dem Kindern seit dem Spätmittelalter gedroht wurde. Diese auch Kinderfresser - in Basel "Chindlifresser" - genannte Figur, geht auf italienische Vorstellungen vom Teufel, der die Sünder verschlingt, zurück. In seinem großen Korb oder Sack sammelt er die unfrommen Kinder ein.

Von heidnischem Brauchtum geprägt

Der Name Ruprecht leitet sich von der Bezeichnung rûhperht (rauhe Percht) ab, was auf die Perchtenmasken und Brauchfiguren aus dem alpenländischen Raum verweist. Diese Perchten und Krampusse aus dem katholischen geprägten Raum, bis hinein nach Ungarn, Kroatien und Italien, sind die zweite Gruppe an Nikolausbegleitern. Sie treten, von älterem heidnischen Brauchtum geprägt, aggressiver und auch in Gruppen, mitunter ganz ohne Nikolaus auf. Perchten gehen auf die Sagengestalt der Frau Perchta zurück, vermutlich eine Entsprechung zur keltisch-germanischen Göttin Frygg, die wohl das Vorbild für Frau Holle gewesen sein dürfte.

Perchtenläufe finden in den zwölf Rauhnächten zwischen Weihnachten und Dreikönig statt, haben sich aber mit dem Krampustreiben rund um Nikolaus vermischt. Dämonische Fratzen und Masken, aus Holz geschnitzt, mit Hörnern, Glocken und Ketten, in zottelige Felle gehüllt, ziehen dann durch die Dörfer und Städte. Sie sollen auch den Winter austreiben. In der Nacht einem Krampus ohne Nikolaus zu begegnen, kann - im Gegensatz zu einem Treffen mit Knecht Ruprecht - mitunter durchaus schmerzhafte Folgen haben. Für die Jugendlichen auf den Dörfern gilt es als Mutprobe, sich so nah wie möglich an die wilden Gestalten heranzuwagen. Natürlich ohne erwischt zu werden.

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